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Erleichterungen für Kapitalgesellschaften beim Kirchensteuerabzugsverfahren

Steuerberater online: Ab 2015 gilt das neue Verfahren beim Kirchensteuerabzug auf Kapitalerträge

Seit 2009 sind Kapitalerträge abgeltungsteuerpflichtig. Zu der Abgeltungsteuer kommt noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % und bei Mitgliedschaft in einer kirchensteuerberechtigten Religionsgemeinschaft die Kirchensteuer hinzu. Wie die Abgeltungsteuer selbst fallen der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer auf Kapitalerträge erst dann an, wenn der Sparerpauschbetrag von 801 Euro (bei Verheirateten 1602 Euro) überstiegen wird.

Wie sah die bisherige Regelung vor 2015 aus?

Bislang mussten Kunden die Kirchensteuer für ihre Zins- und Kapitalerträge selbst im Rahmen ihrer Steuererklärung erklären. Allerdings wurde schon bei der Einführung der Abgeltungsteuer die Umstellung auf die direkte Abführung durch die Banken vereinbart, da die Abgeltungsteuer als sogenannte „Quellensteuer“ direkt dort abgeführt wird, wo sie anfällt. Das bisherige Verfahren wurde damals als Übergangsregelung vorgesehen, weil das automatische Verfahren zum Einbehalt von Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer zum damaligen Zeitpunkt technisch noch nicht realisierbar war. Dieses Verfahren läuft 2015 aus.

Wie sieht die neue Regelung ab 2015 aus?

Grundsätzlich müssen 2015 alle zum Steuerabzug vom Kapitalertrag verpflichteten Stellen, wie z.B. Kreditinstitute, Versicherungen, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, zur Vorbereitung des automatischen Kirchensteuerabzugs die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden, Versicherten oder Anteilseigner beim Bundeszentralamt für Steuern abfragen und die Kirchensteuer direkt an die Glaubensgemeinschaften abführen. Der hierfür vorgesehene Regelabfragezeitraum erstreckt sich vom 1. September 2015 bis zum 31. Oktober 2015. Die vom Bundeszentralamt für Steuern erhaltene Information zur Religionszugehörigkeit wird dann im Folgejahr für den Kirchensteuerabzug verwendet.
Soweit die steuerpflichtigen Kirchenmitglieder diesen pauschalen Abgeltungsweg nicht wünschen, z.B. weil ihr individueller Einkommensteuersatz unter dem Abgeltungsteuersatz von 25 % liegt, haben sie weiterhin die Möglichkeit, ihre Kapitalerträge in ihrer eigenen Steuererklärung anzugeben. Die Finanzverwaltung wird dann im Veranlagungsverfahren die Kirchensteuer erheben. Die bisher mögliche Steuerfreistellung von Kapitalerträgen (z. B. beim Sparerpauschbetrag) bleibt ebenfalls erhalten.

Ausnahmeregelungen zur Entlastung von Kapitalgesellschaften

Grundsätzlich müssen ab dem 1.1.2015 auch alle Kapitalgesellschaften, unter deren Anteilseignern mindestens eine natürliche Person ist, im Zuge einer Ausschüttung die Kirchensteuerpflicht der Empfänger der Kapitalerträge ermitteln, die Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer automatisch einbehalten und abführen. Zur Entlastung der Kapitalgesellschaften existieren jedoch einige Ausnahmen von der Teilnahmepflicht am automatisierten Verfahren:

• Ein-Mann-Gesellschaften, wenn der Alleingesellschafter-Geschäftsführer keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört. Sobald der Gesellschaft allerdings eine zweite natürliche Person angehört, müssen Zulassung und Abfrage beim Bundeszentralamt für Steuern erfolgen, selbst dann, wenn auch diese Person keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört.

• Kapitalgesellschaften, die eine Ausschüttung im Folgejahr mit Sicherheit ausschließen können, weil diese beispielsweise vertraglich bzw. durch Gesellschafterbeschluss ausgeschlossen wurde.

• Kapitalgesellschaften, die nicht beabsichtigen, im Folgejahr eine kapitalertragsteuerpflichtige Ausschüttung vorzunehmen.

• Komplementär-GmbHs einer GmbH & Co. KG, die niemals Gewinne ausschütten.

• Personenmehrheiten sind generell vom automatisierten Verfahren ausgeschlossen.

Zugangsmöglichkeiten zum automatisierten Verfahren

Zur Identifizierung im Verfahren erhält jeder Teilnehmer eine Zulassungsnummer. Es gibt zwei Arten von Zugängen zum Verfahren:

1. Vollzugang:
Mit diesem Zugang können Abfragen selbst durchgeführt werden. Hierfür müssen sich die Unternehmensverantwortlichen zunächst im Portal des Bundeszentralamtes für Steuern registrieren und ein Zertifikat beantragen. Anschließend muss die Beantragung der Zulassung zum Verfahren über das Portal erfolgen, bevor die Abfrage der Religionsmerkmale vorgenommen werden kann.
Diese Variante sollten vor allem Abzugspflichtige nutzen, die eigenständig die Religionsmerkmale ihrer Anteilseigner über das Portal abfragen möchten.

2. Eingeschränkter Verfahrenszugang:
Hierfür ist keine vorherige Registrierung im Portal des Bundeszentralamtes für Steuern erforderlich, um die Zuteilung einer Zulassungsnummer zu beantragen. Die Datenabfrage kann dann ausschließlich über einen Dritten erfolgen, der einen Vollzugang zum Verfahren hat.
Diese vereinfachte Variante eignet sich für Abzugspflichtige, die die Abfrage der Religionsmerkmale ihrer Anteilseigner ausschließlich über einen Dritten (z.B. Steuerberater oder IT-Dienstleister) vornehmen lassen möchten.

Künftig zu erwartende Vereinfachungen

Mit dem sogenannten „Bürokratieentlastungsgesetz“ ist auch eine gesetzliche Änderung zum Kirchensteuerabzugsverfahren zu erwarten. Demnach sollen zum Kirchensteuerabzug verpflichtete Unternehmen ihre Gesellschafter bzw. Kunden nicht mehr jährlich, sondern nur noch einmal in der Geschäftsbeziehung auf die Datenabfrage zur Kirchensteuerpflicht beim Bundeszentralamt für Steuern hinweisen müssen.
Ob ein weiterer Kritikpunkt am Verfahren, nämlich die enge Auslegung des Antragstellers, behoben wird, bleibt abzuwarten. Die Zertifizierung beim Bundeszentralamt für Steuern kann zurzeit nur von den betroffenen Unternehmen selbst vorgenommen werden. Die Übertragung dieser Aufgabe an den Steuerberater ist mit der Begründung, dass es sich bei der Religionszugehörigkeit um sensible persönliche Daten handelt, bisher nicht gestattet.

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Steuerliche Entlastungen für Pflegebedürftige und Angehörige

Steuerberater online: Einkommensteuergesetz sieht Entlastungen für Pflegende und Pflegebedürftige vor

Das bisherige dreistufige Pflegesystem soll durch ein System aus fünf Pflegegraden ersetzt werden, die den individuellen Pflegebedarf des Einzelnen besser erfassen sollen. Dies sieht die geplante zweite Stufe der Pflegereform von Gesundheitsminister Gröhe vor. Bereits jetzt entlastet der Staat Pflegebedürftige und deren Angehörige bei der Einkommensteuer.

Was sieht der neue Gesetzesentwurf vor?

Anstelle der bisherigen drei Pflegestufen soll es künftig fünf Pflegegrade geben, die den individuellen Pflegebedarf des Einzelnen besser erfassen sollen. Rund 500.000 Menschen mehr als bisher sollen künftig Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten. Für diejenigen, die schon jetzt Pflegeleistungen erhalten, soll es einen umfassenden Bestandsschutz geben. Um die Reform zu finanzieren, sollen die Beiträge im Jahr 2017 um 0,2 Prozentpunkte steigen, was rund 2,4 Milliarden Euro in die Kasse spülen würde. Bei der Einkommensteuer existieren bereits verschiedene Entlastungsmöglichkeiten.

Steuervorteile für Pflegebedürftige

Besonders der behindertengerechte Um- oder Neubau der eigenen Wohnung oder des eigenen Hauses fällt für den betroffenen Steuerpflichtigen finanziell sehr ins Gewicht. Der Abzug dieser Aufwendungen wird von den Finanzämtern grundsätzlich anerkannt, da diese zwangsläufig entstehen. Für den Nachweis der Zwangsläufigkeit der Aufwendungen ist die Vorlage eines Bescheides eines Sozialversicherungsträgers oder eines medizinischen Gutachtens ausreichend. Zudem müssen die Umbaukosten die aus Sicht des Gesetzgebers zumutbare Belastung übersteigen, um als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden zu dürfen und damit die Einkommensteuerlast zu mindern. Zwischen einem und sieben Prozent der gesamten Einnahmen – neben Gehalt auch Miet- oder Zinseinnahmen – gelten als zumutbare Krankheitsausgaben.
Für die häufig entstehenden Mehraufwendungen für die Hilfe bei gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, für die Pflege sowie für einen erhöhten Wäschebedarf dürfen Steuerpflichtige zudem einen jährlichen Pauschbetrag ansetzen. Die Höhe des Pauschbetrags ist gestaffelt und richtet sich nach dem dauernden Grad der Behinderung:

Staffelung Behindertenpauschbetrag

Staffelung Behindertenpauschbetrag

Bei hilflosen Behinderten und Blinden erhöht sich der Pauschbetrag auf 3.700 Euro.

Steuervorteile für pflegende Angehörige

Auch pflegende Personen können in ihrer Einkommensteuererklärung pflegebedingte Aufwendungen geltend machen. Hierfür kommen entweder die Berücksichtigung außergewöhnlicher Belastungen oder der Ansatz eines Pflege-Pauschbetrags in Höhe von 924 Euro pro Kalenderjahr in Frage. Dieser Pauschbetrag wird auch dann in voller Höhe gewährt, wenn die Pflege nur einen Teil des Jahres andauert. Pflegt ein Steuerpflichtiger mehrere Personen, darf er den Pflege-Pauschbetrag auch mehrfach in Anspruch nehmen. Teilen sich mehrere Personen die Pflege eines Angehörigen, wird auch der Pflege-Pauschbetrag zwischen den Pflegenden aufgeteilt.

Voraussetzungen für den Pflege-Pauschbetrag

Um den Pflege-Pauschbetrag in Anspruch nehmen zu dürfen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

• Der Pflegebedürftige muss „hilflos“ im Sinne des Einkommensteuergesetzes sein, d.h. er ist in Pflegestufe III eingestuft oder trägt das Merkzeichen “H“ im Behindertenausweis. Ob diese Hilflosigkeit auf Krankheit, Behinderung, Unfall oder Alter zurückzuführen ist, spielt keine Rolle.

• Der Pflegebedürftige wird in der Wohnung des Pflegenden oder in seiner eigenen Wohnung gepflegt. Die Wohnung der Pflegeperson kann auch ein möbliertes Zimmer, beispielsweise in einem Heim, sein. Dies gilt unstrittig dann, wenn der Pflegebedürftige bereits dauerhaft im Heim lebt, wenn die Hilflosigkeit eintritt. In diesem Fall findet die Pflege in der gewohnten häuslichen Umgebung des Pflegebedürftigen statt. Ist allerdings die Pflegebedürftigkeit Anlass für den Umzug ins Heim, wird das Finanzamt den Pflege-Pauschbetrag vermutlich mit Hinweis auf den Gesetzestext verweigern, der die Förderung häuslicher Pflege zum Zweck hat.

• Für die Betreuung erhält der Pflegende keine Gegenleistung, zum Beispiel in Form des Pflegegelds aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung. Der Pflegende kann das Pflegefeld zwar verwalten, darf es aber ausschließlich zugunsten des Pflegebedürftigen verwenden. Leitet der Pflegebedürftige das Pflegegeld als Vergütung an den Pflegenden weiter, ist es für diesen zwar steuerfrei, dafür entfällt aber der Anspruch auf den Pflege-Pauschbetrag.

• Ferner ist erforderlich, dass zwischen der Pflegeperson und dem Pflegebedürftigen eine enge persönliche Beziehung besteht, ohne dass es dabei auf ein Verwandtschaftsverhältnis ankommt.

• Der Pflegende muss persönlich pflegen. Dabei darf er sich von Pflegeinstitutionen unterstützen lassen, sein Anteil an der Pflege muss jedoch mindestens 10 % betragen.

Abzug der tatsächlichen Pflegekosten

Wenn die Ausgaben 924 Euro im Jahr übersteigen, kann auf den Pflege-Pauschbetrag verzichtet und die tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. In der Steuererklärung werden in diesem Fall die tatsächlichen Ausgaben eintragen und von diesen die zumutbare Eigenbelastung abgezogen. Diese richtet sich nach Einkommen, Familienstand und Zahl der Kinder und wird vom Finanzamt berechnet. Die zumutbare Eigenbelastung beträgt zwischen einem und sieben Prozent der gesamten Einkünfte.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Pflegeleistungen, wie beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst, können auch als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden. In diesem Fall können 20 Prozent der Kosten, maximal jedoch 4.000 Euro jährlich, steuerlich geltend gemacht werden. Die Bezahlung der Pflegekosten muss per Überweisung erfolgen und dem Finanzamt gegenüber entsprechend belegt werden. Die Pflegedienstleistungen müssen entweder im Haushalt des Angehörigen oder des Pflegebedürftigen erbracht werden.

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Bundesregierung will Familien und Alleinerziehende stärker entlasten

Steuerberater online: Finanzielle Erleichterungen für Familien und Alleinerziehende geplant

Der Bundestag berät zurzeit über einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, der finanzielle Verbesserungen für Familien vorsieht. Diese sollen das Kindergeld, den Grundfreibetrag, den Kinderfreibetrag, den Kinderzuschlag sowie den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende betreffen. Dieser Artikel erläutert die angesprochenen finanziellen Hilfen und die geplanten Änderungen.

Was sieht der Gesetzesentwurf vor?

Der zurzeit diskutierte Gesetzesentwurf sieht zusammengefasst folgende Änderungen vor:

• Eine Anhebung des Grundfreibetrages von 8.354 auf 8.472 Euro in diesem Jahr und eine weitere Anhebung auf 8.652 Euro im Jahr 2016.

• Eine Erhöhung des Kinderfreibetrages um 144 Euro auf 4.512 Euro in diesem Jahr und eine weitere Erhöhung auf 4.608 Euro im Jahr 2016.

• Eine rückwirkende Anhebung des Kindergeldes ab Januar 2015 um vier Euro und eine weitere Anhebung um zwei Euro je Kind und Monat ab 2016.

• Eine Erhöhung des Höchstbetrages beim Kinderzuschlag für Geringverdiener um 20 auf 160 Euro.

• Eine rückwirkende Anhebung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende ab Januar 2015 um 600 auf dann 1.908 Euro. Zudem soll der Entlastungsbetrag künftig nach der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder gestaffelt werden: Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro.

Zudem soll die kalte Progression ab 1. Januar 2016 durch leichte Änderungen beim Tarif der Einkommensteuer gemildert werden. Der Bundesrat muss dem Gesetzesentwurf noch zustimmen.

Der Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag dient der Absicherung des Existenzminimums. Bis zu diesem Betrag wird ein zu versteuerndes Einkommen daher nicht der Einkommensteuer unterworfen. Von einer Anhebung des Grundfreibetrages profitieren also grundsätzlich alle, die Lohn- oder Einkommensteuer zahlen.
Der Grundfreibetrag steigt in diesem Jahr von 8.354 auf 8.472 Euro. 2016 wird er auf 8.652 Euro angehoben. Die Einkommensteuerpflichtigen müssen also im Jahr 2015 118 Euro, im Jahr 2016 298 Euro ihres Einkommens weniger versteuern als noch im Jahr 2014.

Der Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag ist ein Freibetrag im Steuerrecht, der bei der Besteuerung der Eltern einen bestimmten Geldbetrag steuerfrei stellt. Durch diesen Freibetrag soll das Existenzminimum eines Kindes von der Steuer befreit werden. Eltern dürfen nur entweder vom Kindergeld (s.u.) oder vom Kinderfreibetrag Gebrauch machen. Die Finanzämter prüfen automatisch, ob das Kindergeld oder die Kinderfreibeträge für die Eltern günstiger sind (sogenannte „Günstigerprüfung“). Dabei kommt es auf die Höhe des Einkommens der Eltern an. Beim Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer wird der Kinderfreibetrag in jedem Fall angerechnet.
Zurzeit gilt pro Kind und Jahr ein Kinderfreibetrag von 4.368 Euro zuzüglich eines Betreuungsfreibetrags von 2.640 Euro. Den Kinderfreibetrag will die Koalition rückwirkend für 2015 um 144 Euro auf 4.512 Euro, 2016 dann auf 4.608 Euro im Jahr erhöhen.

Das Kindergeld

Grundsätzlich besteht für alle Kinder ab der Geburt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres Anspruch auf Kindergeld, unter bestimmten Bedingungen (z.B. wenn sich das Kind noch in Ausbildung befindet) kann das Kindergeld auch darüber hinaus gezahlt werden. Das Kindergeld beträgt derzeit für das erste und zweite Kind jeweils 184 Euro monatlich, für das dritte Kind 190 Euro, ab dem vierten Kind für jedes Kind 215 Euro monatlich. Nicht alle Familien profitieren aber vom Kindergeld: Bei Eltern mit einem hohen zu versteuernden Einkommen ist der Abzug des Kinderfreibetrags (s.o.) vorteilhafter als das Kindergeld.
Der diskutierte Gesetzesentwurf sieht vor, dass das Kindergeld rückwirkend um vier Euro monatlich im laufenden Jahr und nochmals zwei Euro monatlich im kommenden Jahr steigen soll. Der Satz für die ersten beiden Kinder beträgt damit ab 2016 190 Euro pro Monat, derjenige für das dritte Kind 196 Euro und der Betrag ab dem vierten Kind steigt auf 221 Euro pro Monat.

Der Kinderzuschlag

Mit dem Kinderzuschlag für Geringverdienende soll verhindert werden, dass geringverdienende Familien mit Kindern zusätzlich zum Einkommen noch Arbeitslosengeld 2 beziehen müssen. Die Höhe des Kinderzuschlages bemisst sich nach dem Einkommen und Vermögen der Eltern und der Kinder. Der Zuschlag beträgt zurzeit maximal 140 Euro monatlich je Kind und wird zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt. Die Mindesteinkommensgrenze beträgt für Elternpaare 900 Euro, für Alleinerziehende 600 Euro.
Der bisherige Höchstsatz von 140 Euro pro Kind und Monat soll laut dem Gesetzentwurf 2016 um 20 Euro auf 160 Euro steigen.

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Im Gegensatz zu Verheirateten, die das Ehegattensplitting nutzen können, können Alleinerziehende von dieser Steuererleichterung keinen Gebrauch machen. Um diesen Nachteil wenigstens ansatzweise auszugleichen, wurde 2004 ein sogenannter „Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ eingeführt. Es handelt sich hierbei um einen Freibetrag, für den keine Steuern zu zahlen sind. Dieser Entlastungsbetrag ist bereits in die Lohnsteuertabelle eingearbeitet und entspricht der Steuerklasse II. Alleinerziehende mit Steuerklasse II erhalten die steuerliche Entlastung schon während des laufenden Kalenderjahres durch einen geringeren Lohnsteuerabzug von ihren Einkünften.
Bisher können Alleinerziehende – zusätzlich zu anderen Freibeträgen – pauschal 1.308 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen; unabhängig davon, wie viele Kinder in ihrem Haushalt leben. Dieser Betrag soll nun um 600 Euro auf 1.908 Euro steigen. Zudem soll er künftig nach der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder gestaffelt werden: Bei einem Kind gelten die 1.908 Euro, für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro.

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Die Übungsleiterpauschale

Steuerberater online: Wie das Finanzamt Ehrenamtliche unterstützt

Wie die Ehrenamtspauschale dient auch die sogenannte „Übungsleiterpauschale“ dazu, Ehrenamtliche finanziell zu entlasten, gemeinnützigen Organisationen Planungs- und Rechtssicherheit zu geben und so das Ehrenamt in Deutschland zu fördern.

Wer gilt als Übungsleiter?

Ein Übungsleiter vermittelt anderen Menschen auf persönlichem Weg Fertigkeiten, Fähigkeiten oder Kenntnisse. Dies betrifft auch die Vermittlung von Allgemeinwissen, wie beispielsweise handwerkliche Fähigkeiten. Grundlage ist die pädagogische Tätigkeit.
Keine Rolle für den Erhalt der Übungsleiterpauschale spielt es, ob der Steuerpflichtige im Hauptberuf als Angestellter oder Selbstständiger arbeitet oder überhaupt erwerbstätig ist. Es können somit auch Personen von dem Steuerfreibetrag profitieren, die im steuerrechtlichen Sinn keinen Hauptberuf haben, wie etwa Hausfrauen, Rentner oder Studenten.

Voraussetzungen für die Übungsleiterpauschale

An den Erhalt der Übungsleiterpauschale sind wesentliche Voraussetzungen geknüpft:

• Es muss sich um eine nebenberufliche Tätigkeit handeln. Eine Tätigkeit gilt als nebenberuflich, wenn sie zeitlich nicht mehr als ein Drittel eines vergleichbaren Vollzeitberufs in Anspruch nimmt.

• Die nebenberufliche Tätigkeit muss sich von der hauptberuflichen Tätigkeit abgrenzen, das heißt, die nebenberufliche Tätigkeit darf nicht zu den Aufgaben des Hauptberufs gehören.

• Die Tätigkeit muss im Dienst oder Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution, eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke erfolgen.

• Es muss sich um eine Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder eine künstlerische Tätigkeit oder eine nebenberufliche Pflege alter, kranker oder behinderter Menschen handeln.

Bei der Übungsleiterpauschale muss es sich nicht unbedingt um geringe „Aufwandsentschädigungen“ handeln, auch Spitzenhonorare können von ihr abgedeckt werden.

Welche Tätigkeiten werden von der Übungsleiterpauschale begünstigt?

Entgegen der Bezeichnung der Pauschale kann sie nicht nur von Übungsleitern in einem Sportverein in Anspruch genommen werden. Der Freibetrag kann beispielsweise bei folgenden Tätigkeiten zum Tragen kommen:

• Tätigkeit eines Sporttrainers oder Mannschaftsbetreuers,

• Tätigkeit eines Chorleiters oder Orchesterdirigenten,

• Lehr- und Vortragstätigkeit im Rahmen der allgemeinen Bildung,

• Hilfsdienste durch ambulante Pflegedienste,

• Behindertentransporte,

• Sofortmaßnahmen gegenüber Schwerkranken und Verunglückten.

Nicht in Anspruch genommen werden kann der Steuerfreibetrag dagegen für nebenberufliche Tätigkeiten in der Privatwirtschaft, für Gewerkschaften oder politische Parteien, da diese Auftraggeber nicht begünstigt sind.

Steuerliche Auswirkungen der Übungsleiterpauschale

Sind die vorgenannten Voraussetzungen erfüllt, dürfen bis zu 2.400 Euro pro Person und Jahr steuer- und sozialabgabenfrei hinzuverdient werden, ohne dass dafür Steuern anfallen. Einnahmen aus unterschiedlichen Quellen werden dabei zusammengerechnet. Lediglich der den Freibetrag übersteigende Teil nebenberuflicher Einnahmen muss versteuert werden. Sofern die sonstigen Voraussetzungen dafür vorliegen, unterliegt der übersteigende Teil dann auch der Sozialversicherungspflicht. Der Ersatz notwendiger Aufwendungen (z. B. für Telefon- oder Reisekosten) über die Pauschale hinaus ist zulässig.
Wer seinem Verein etwas Gutes tun will, kann die Tätigkeitsvergütung zurückspenden. Solche sogenannten „Rückspenden“ von ausgezahlten Vergütungen sind grundsätzlich steuerlich abzugsfähig.

Was ist der Unterschied zur Ehrenamtspauschale?

Die folgende Tabelle listet die Unterschiede zwischen der Übungsleiterpauschale und der Ehrenamtspauschale auf:

Unterschiede Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

Unterschiede Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

Kombination von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

Für dieselbe Tätigkeit darf neben der Übungsleiterpauschale nicht auch die Ehrenamtspauschale beansprucht werden. Es dürfen aber beide Vergünstigungen nebeneinander in Anspruch genommen werden, wenn es sich um unterschiedliche Tätigkeiten handelt, egal, ob diese im selben Verein oder in derselben Einrichtung ausgeübt werden.
Jede Pauschale gibt es aber nur einmal, auch wenn mehrere Ehrenämter ausgeübt werden.

Kombination von Übungsleiterpauschale und geringfügiger Beschäftigung

Auch die Kombination einer geringfügigen Beschäftigung (sogenannter „Minijob“) mit der Übungsleiterpauschale ist erlaubt. Dabei steht zur Wahl, ob der Jahresbetrag von 2.400 Euro pro rata mit 200 Euro monatlich oder en bloc jeweils zum Jahresbeginn bzw. zu Beginn der Beschäftigung in Ansatz gebracht wird.
Durch die monatliche Inanspruchnahme des Freibetrags steigt die Minijob-Verdienstgrenze de facto also von 450 Euro auf 650 Euro. Bei der Option, zunächst den ganzen Freibetrag auszuschöpfen, beginnt die geringfügige Beschäftigung offiziell erst im fünften Monat.

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Die Ehrenamtspauschale

Steuerberater online: Wie das Finanzamt Ehrenamtliche unterstützt

Schätzungsweise 100 Millionen Menschen in Europa engagieren sich ehrenamtlich. Anlässlich der Internationalen Leitmesse für Brand-/ Katastrophenschutz, Rettung und Sicherheit wollen wir diese Woche einen Blick auf ehrenamtliche Tätigkeiten und deren steuerliche Auswirkungen richten. Ob und in welchem Maße Ehrenamtliche ihre Aufwandsentschädigungen versteuern bzw. ihre Kosten abziehen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was gilt als „Ehrenamt“?

Ein Ehrenamt ist definiert als ein ehrenvolles Amt, das überwiegend unentgeltlich ausgeübt wird. Das Finanzamt räumt gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Organisationen und ihren ehrenamtlichen Kräften grundsätzlich einen steuerlichen Sonderstatus ein. Diese steuerlichen Vergünstigungen gelten gleichermaßen für gemeinnützige Stiftungen, gemeinnützige GmbHs und andere gemeinnützige Körperschaften sowie kirchliche und kommunale Einrichtungen. Allerdings sind hierfür einige Voraussetzungen zu beachten.

Beispiele für Ehrenämter sind:

– Mitgliedschaft und besondere Führungsaufgaben in einer freiwilligen Feuerwehr bis zum Kreis- oder Stadtbrandrat,

– THW-Helfer,

– Schöffen und andere ehrenamtliche Richter,

– gerichtlich bestellte Betreuer,

– Teilnehmer an Freiwilligendiensten,

– Helfer bei allgemeinen Wahlen und Volkszählungen,

– Mitglieder von Betriebsräten, Personalräten, Mitarbeitervertretungen und Jugend- und Auszubildendenvertretungen.

Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung

Grundsätzlich unterliegen die Vergütungen und Aufwandsentschädigungen für Ehrenämter genau wie jedes Einkommen der Einkommensteuerpflicht. Bei Erfüllung gewisser Voraussetzungen kommt aber der Abzug der sogenannten „Ehrenamtspauschale“ in Höhe von 720 Euro pro Jahr in Betracht:

– Die Tätigkeit muss im gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Bereich erfolgen. Hierin besteht der wesentliche Unterschied zur sogenannten „Übungsleiterpauschale“, die nur für ausbildende, erziehende oder pflegende Tätigkeiten in Anspruch genommen werden kann.

– Die Tätigkeit wird nur nebenberuflich ausgeübt, das heißt, der tatsächliche Zeitaufwand beträgt nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs. Somit können auch Personen nebenberuflich tätig sein, die im steuerrechtlichen Sinn keinen Hauptberuf haben, wie z.B. Hausfrauen, Rentner oder Studenten.

– Der Ehrenamtliche darf nur in steuerbegünstigten Bereichen der Organisation zum Einsatz kommen. Nicht begünstigt sind Tätigkeiten, die mit wirtschaftlichen Aktivitäten von Organisationen in Verbindung stehen.

Mit der Ehrenamtspauschale soll der Aufwand, der durch diese Beschäftigung entsteht, pauschal abgegolten werden. Auch wenn Sie erst im Laufe des Jahres das Ehrenamt aufnehmen, steht Ihnen die volle Ehrenamtspauschale zu.

Steuerliche Konsequenzen bei vergüteten Ehrenämtern

Wer für seine ehrenamtliche Tätigkeit eine Vergütung erhält, muss diese nur versteuern, soweit sie bestimmte Freibeträge übersteigt. Durch die Ehrenamtspauschale sind Einkünfte aus dem Ehrenamt bis maximal 720 Euro im Jahr steuer- und sozialabgabenfrei.
Wer seinem Verein noch mehr Gutes tun will, kann die Tätigkeitsvergütung teilweise oder gänzlich zurückspenden. Solche Rückspenden von ausgezahlten Vergütungen sind grundsätzlich steuerlich abzugsfähig. Ehrenamtliche können die Spende in ihrer persönlichen Steuererklärung geltend machen und mindern so ihr zu versteuerndes Einkommen. Der Verein stellt über den Rückzahlungsbeitrag eine Zuwendungsbestätigung aus. Erfolgt die Spende hingegen durch Verzicht auf die Tätigkeitsvergütung, werden an den Spendenabzug erhöhte Anforderungen gestellt. So muss vor der Aufnahme der Tätigkeit eine schriftliche Vereinbarung über den Vergütungsanspruch vorliegen. Übersteigt die Vergütung die Pauschale, ist der darüber hinausgehende Betrag als Einnahme steuererhöhend zu berücksichtigen.
Da das Gemeinnützigkeitsrecht viele Besonderheiten aufweist, ist die Beratung durch einen Steuerberater günstig.

Steuerliche Konsequenzen bei unvergüteten Ehrenämtern

Viele Ehrenamtliche bekommen für ihren Einsatz keine Vergütung. Sie erhalten aber in der Regel für anfallende Kosten, etwa für Reisen oder Telefonate, einen Ausgleich. Diese Aufwendungen müssen mit Belegen nachgewiesen werden und werden daraufhin steuerfrei erstattet.

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Vorsteuerabzug bei Verlust der Originalrechnung

Wie der Vorsteuerabzug auch ohne Rechnung möglich ist

Der Vorsteuerabzug spielt eine große Rolle in der Buchhaltung für Selbständige. Grundsätzlich muss für den Vorsteuerabzug eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen. Was geschieht aber, wenn diese unwiederbringlich verloren ist? Wie Sie unter Umständen dennoch den Vorsteuerabzug geltend machen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Umsatzsteuerausweis in der Rechnung

Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die ein Unternehmer einem anderen Unternehmer im Rahmen seiner Leistungen in Rechnung stellt. Da nur Endverbraucher mit Umsatzsteuer belastet werden sollen, kann sich der empfangende Unternehmer die gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer von seinem Finanzamt erstatten lassen.
In der Buchhaltung für Kleinunternehmer im Sinne des § 19 des Umsatzsteuergesetzes, also jene Unternehmer, deren Umsätze maximal 17.500 Euro im Jahr betragen, spielt der Vorsteuerabzug keine Rolle, da Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer abzuführen haben und dafür im Umkehrschluss auch keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen in Abzug bringen dürfen.

Welche Angaben muss eine Rechnung grundsätzlich enthalten?

Nur eine korrekte Rechnung, die den rechtlichen Anforderungen genügt, berechtigt auch zum Vorsteuerabzug. Um die gesetzlichen Anforderungen an eine Rechnung zu erfüllen, muss diese folgende Angaben enthalten:

• Name und Anschrift des leistenden Unternehmers sowie des Leistungsempfängers,
• Termin der Lieferung oder Leistung,
• Menge und Bezeichnung der gelieferten Produkte bzw. Art und Umfang der Dienstleistung,
• die ggf. nach Steuersätzen aufgeschlüsselten Nettobeträge und die jeweils darauf entfallenden Steuerbeträge,
• das Ausstellungsdatum,
• eine einmalig vergebene Rechnungsnummer sowie
• die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Unternehmers.

Aufbewahrungsfristen für Rechnungen

Ein Unternehmer muss Kopien der von ihm ausgestellten Rechnungen sowie alle Rechnungen, die er erhalten hat, zehn Jahre lang aufbewahren. Diese Aufbewahrungsfrist beginnt gemäß der Abgabenordnung mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem die Rechnung ausgestellt worden ist. Elektronische Ausgangs- und Eingangsrechnungen müssen ebenfalls zehn Jahre lang elektronisch und unveränderbar aufbewahrt werden und für das Finanzamt zugänglich gemacht werden können.

Vorsteuerabzug bei Verlust der Rechnung

Der Verlust der Originalrechnung schließt den Vorsteuerabzug nicht grundsätzlich aus. Auch ohne Rechnungen können Vorsteuerbeträge anerkannt werden, wenn mit ausreichender Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass dem Unternehmer ursprünglich ordnungsgemäße Rechnungen vorlagen. Für den Vorsteuerabzug ist es nicht erforderlich, dass die Rechnungen auch zu einem späteren Zeitpunkt noch vorhanden sind. Allerdings trägt der vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer die Darlegungs- und Feststellungslast für alle Tatsachen, die den Vorsteuerabzug begründen (die sogenannte „objektive Beweislast“). So muss er nachweisen, bei Ablauf des Besteuerungszeitraums im Besitz einer ordnungsgemäßen Rechnung gewesen zu sein.

Dieser Nachweis kann nicht allein durch Vorlage der Rechnung, sondern mit allen verfahrensrechtlich zulässigen Beweismitteln geführt werden. Andere zulässige Beweismittel im Sinne der Finanzgerichtsordnung sind Kopien oder Zweitausfertigungen der Originalrechnung: Bei hohen Rechnungen sollten daher beim betreffenden Rechnungsaussteller Duplikate angefordert werden. In Kombination mit Vorlage des Bankbelegs über die Abbuchung der Zahlung ermöglichen diese den Vorsteuerabzug. Hat der Rechnungsaussteller seine Firma zwischenzeitlich aufgegeben, sollte dennoch nachgehakt werden, denn trotz Betriebsaufgabe müssen die Buchhaltungsunterlagen für die nächsten zehn Jahre aufbewahrt werden.

Auch die Zeugenaussage des Steuerberaters, der die Rechnungen verbucht oder geprüft hat, kann als Nachweis fungieren. Allerdings ist es nicht ausreichend, wenn die Zeugen zwar angeben, ausschließlich ordnungsgemäße Rechnungen verbucht zu haben, aber zugleich einräumen, dass sie sich an einzelne Rechnungen nicht mehr erinnern können.

Sind verloren gegangene Rechnungen nicht mehr zu rekonstruieren, bleibt zur Ermittlung der abziehbaren Vorsteuern nur die Schätzung. Die Möglichkeit einer anteiligen Vorsteuerkürzung kann einem Urteil des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt entnommen werden.

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Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid

Steuerberater online: Wie Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt wird

Vielen Steuerpflichtigen geht in diesen Tagen der Einkommensteuerbescheid für das Kalenderjahr 2014 zu. Häufig weicht dieser Steuerbescheid von der abgegebenen Einkommensteuererklärung ab. Wie Sie gegen einen nachteiligen oder fehlerhaften Einkommensteuerbescheid Einspruch erheben können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann ist ein Einspruch gegen den Steuerbescheid ratsam?

Laut Untersuchungen ist jeder fünfte Steuerbescheid fehlerhaft. Deshalb sollten Sie jeden Steuerbescheid unbedingt auf seine Richtigkeit prüfen und im Zweifelsfall innerhalb der Einspruchsfrist Einspruch einlegen.
Die wichtigsten Einspruchsgründe gegen Einkommensteuerbescheide sind:

– Das Finanzamt erkennt Werbungskosten (z.B. Fahrtkosten, häusliches Arbeitszimmer, bestimmte Arbeitsmittel, etc.) oder Sonderausgaben nicht an.
– Geltend gemachte Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen werden nicht berücksichtigt.
– Das Finanzamt hat Urteile und Verwaltungsanweisungen zugunsten des Steuerzahlers nicht angewendet.
– Das Finanzamt hat sich verrechnet.

Auch vergessene Belege oder erst nachträglich entdeckte Sparmöglichkeiten können Betroffene noch nachreichen. Wenn Sie bei der Prüfung der Dokumente bemerken, dass Sie versehentlich unvollständige oder falsche Angaben gemacht haben, sind Sie verpflichtet, dem Finanzamt eine korrigierte Steuererklärung vorzulegen, um sich nicht der Steuerhinterziehung schuldig zu machen. Entdecken Sie allerdings einen Rechenfehler des Finanzamtes zu Ihren Gunsten, müssen Sie dies nicht kundtun.

Antrag auf Aussetzung der Vollziehung

Ein Einspruch gegen den Steuerbescheid schützt nicht vor der Zahlung einer eventuellen Nachzahlung. Es besteht jedoch die Möglichkeit, einen „Antrag auf Aussetzung der Vollziehung“ zu stellen. In diesen Fall wird die Nachzahlung, die auf den strittigen Betrag entfällt, „eingefroren“, indem Sie im Einspruchsschreiben gleichzeitig einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung stellen. Dann muss die Nachzahlung nicht (in voller Höhe) geleistet werden, bis über den Einspruch entschieden ist.

Welche Fristen existieren für den Einspruch?

Das Finanzamt prüft bei einem Einspruch immer zuerst, ob er fristgerecht eingelegt worden ist. Dazu müssen Sie das Ausstellungsdatum auf dem Bescheid beachten. Der dritte Tag nach dem Ausstellungsdatum gilt als Tag der Bekanntgabe, auch wenn Sie den Bescheid tatsächlich schon früher erhalten haben. Fällt der Tag der Bekanntgabe auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, ist der nächste Werktag bei der Berechnung zugrunde zu legen.
Die einmonatige Einspruchsfrist beginnt am Tag nach dem Tag der Bekanntgabe. Fällt das Ende der Frist auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verlängert sich die Frist auf den Ablauf des nächsten Werktags. Dabei zählt der Poststempel. Wenn das Finanzamt dem Steuerbescheid keine Rechtsbehelfsbelehrung beigelegt hat, verlängert sich die Einspruchsfrist auf ein Jahr.
Wird die Einspruchsfrist versäumt, wird der Steuerbescheid grundsätzlich rechtskräftig und der Steuerpflichtige hat keine Möglichkeit mehr, Einwände vorzubringen. Eine Ausnahme hiervon ist möglich, wenn der Steuerpflichtige nachweist, dass ihm der Steuerbescheid erst nach Ablauf der Frist zugegangen ist, beispielsweise aufgrund von Krankheit oder Reisen. In diesem Fall muss der Betroffene eine sogenannte „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ beim Finanzamt beantragen.

In welcher Form muss der Einspruch eingelegt werden?

Ein Einspruch gegen einen Steuerbescheid muss entweder schriftlich oder zur Niederschrift eingelegt werden. Neben der üblichen Schriftform durch Brief oder Fax ist auch die Einlegung eines Einspruchs mittels einfacher E-Mail zulässig, wenn das Finanzamt eine E-Mail-Adresse auf dem Steuerbescheid angibt. Auf telefonischem Weg können Sie einen Einspruch jedoch nicht einlegen.

Welchen Inhalt muss ein Einspruch aufweisen?

Folgende Bestandteile muss ein Einspruch beinhalten:

1. Name des Steuerpflichtigen, der den Einspruch einlegt (mit Steuernummer);
2. Finanzamt, das den Steuerbescheid erlassen hat;
3. Anrede und Einspruch;
4. Begründung des Einspruchs;
5. Unterschrift des Steuerpflichtigen.

Das Einspruchsschreiben können Sie frei formulieren, es gibt aber auch Vorlagen für den Einspruch im Internet. Um den Einspruch nachvollziehbar zu begründen ist es sinnvoll, den eigenen Standpunkt mit Belegen zu untermauern oder auf entsprechende Urteile oder Erlasse zu verweisen. Sollte Ihnen zu wenig Zeit bleiben, um den Einspruch innerhalb der Frist zu begründen, können Sie zunächst einen knappen Einspruch an das Finanzamt schicken, um die Frist zu wahren. Die ausführliche Begründung muss nicht mehr fristgerecht beim Finanzamt eingehen.
Gegebenenfalls können Sie in Ihrem Einspruch auch auf ein laufendes Verfahren am Bundesverfassungsgericht oder Bundesfinanzhof unter Angabe des jeweiligen Aktenzeichens verweisen; eine eigene Begründung muss dann nicht mehr eingereicht werden.

Was geschieht bei einem Einspruch?

Wenn das Finanzamt den Einspruch erhalten hat, prüft es den Bescheid noch einmal vollständig. Dabei können auch andere Sachverhalte neu bewertet und rückgängig gemacht werden, wie beispielsweise eine zu Unrecht gewährte Vergünstigung. Dadurch kann der korrigierte Steuerbescheid nachteiliger für den Steuerzahler ausfallen als der erste, gegen den er Einspruch eingelegt hat; dieser Fall wird als „Verböserung“ bezeichnet. Eine Verböserung des Steuerbescheides muss das Finanzamt dem Steuerzahler allerdings vorab mitteilen. In diesem Fall darf der Steuerzahler seinen Einspruch zurücknehmen, der Einspruch verfällt und der ursprünglich erlassene Steuerbescheid wird sofort rechtskräftig.
Gibt das Finanzamt Ihnen in allen vorgebrachten Punkten Ihres Einspruchs Recht, erhalten Sie als Abschluss des Einspruchsverfahrens einen korrigierten Steuerbescheid, den sogenannten Abhilfebescheid. Aus dem korrigierten Steuerbescheid gehen die Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Steuerbescheid sowie die korrigierte Steuererstattung hervor.
Bleibt das Finanzamt dagegen bei seiner Sicht der Dinge, erhalten Sie eine förmliche Einspruchsentscheidung. Um gegen diese vorzugehen, bleibt Ihnen nur noch der Klageweg. In diesem Fall ist eine vorherige Beratung durch einen Fachanwalt oder Steuerberater günstig.
Das Verfahren der Einspruchserhebung selbst ist kostenlos; wenn Sie den Einspruch von einem Steuerberater führen lassen, fallen Kosten im Rahmen der Steuerberatergebührenordnung an.

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Steuerliche Behandlung von Ferienimmobilien

Steuerberater online: Wann Ferienimmobilien steuerlich berücksichtigt werden können

Um ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung steuerlich geltend machen zu können, sind hohe Anforderungen zu erfüllen, denn das Finanzamt beteiligt sich nur, wenn der Schwerpunkt der Immobilie auf deren Vermietung liegt. Unter welchen Voraussetzungen die Ausgaben für Ferienimmobilien steuerlich absetzbar sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Einnahmen können aus einer Ferienwohnung entstehen?

Bei der Vermietung von Ferienwohnungen können entweder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Einkünfte aus Gewerbebetrieb entstehen. Einkünfte aus Gewerbebetrieb unterliegen neben der Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer regelmäßig auch der Gewerbesteuer. Sind die unten genannten Voraussetzungen für eine gewerbliche Tätigkeit nicht erfüllt, werden bei der Vermietung von Ferienwohnungen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt.

Gewerblich genutzte Ferienimmobilien

Weist die vermietete Ferienimmobilie Ähnlichkeiten mit einem Hotelbetrieb auf, so sind Indizien gegeben, die auf eine gewerbliche Tätigkeit schließen lassen. Gewerbliche Einkünfte liegen dann vor, wenn alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

• die Ferienwohnung muss voll eingerichtet (z.B. Möbel, Wäsche, Geschirr) sein und die Führung eines Haushalts ermöglichen;
• die Wohnung muss in einem Feriengebiet zusammen mit einer Vielzahl gleichartig genutzter Wohnungen liegen;
• Werbung und Verwaltung müssen von einer Feriendienstorganisation durchgeführt werden;
• die Wohnung muss jederzeit zur Vermietung bereitgehalten werden;
• wie bei einem Hotelbetrieb muss laufend Personal anwesend sein, das mit den Gästen Mietverträge abschließt und für einen ordnungsgemäßen Zustand der Wohnung sorgt.

Sind die obengenannten Voraussetzungen für die Annahme einer gewerblichen Vermietung der Immobilie nicht erfüllt, handelt es sich um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Dabei muss unterschieden werden in solche Immobilien, die ausschließlich an fremde Dritte vermietet werden, und solche, die teilweise selbst genutzt werden.

Ausschließlich vermietete Ferienwohnungen

Relativ einfach gestaltet sich die Anerkennung einer Ferienimmobilie durch das Finanzamt für Eigentümer, die diese ausschließlich an Dritte vermieten und eigene Urlaube von vornherein ausgeschlossen haben. Dies kann man dem Finanzamt etwa mit einem Maklervertrag nachweisen, der die Eigennutzung für das ganze Jahr ausschließt. Zusätzlich muss dem Finanzamt auch die Gewinnerzielungsabsicht durch die Vermietung dargelegt werden. Dazu muss die Immobilie an mindestens 75 Prozent der ortsüblichen Vermietungstage vermietet sein. Sollte eine solche Vermietungszeit nicht erreicht werden können, müssen die Eigentümer (analog zum Fall einer teilweise selbst genutzten Immobilie) eine Ertragsprognose über einen Zeithorizont von 30 Jahren vorlegen, aus der hervorgeht, dass in diesem Zeitraum ein Mietüberschuss erwirtschaftet werden kann.
Können die Eigentümer nicht glaubhaft machen, dass mit der Ferienwohnung Gewinn erzielt werden soll, nimmt das Finanzamt „Liebhaberei“ an und eine steuerliche Berücksichtigung ist nicht möglich.

Teilweise selbst genutzte Ferienwohnungen

Wenn die Ferienwohnung teils selbst genutzt und teils vermietet wird, wird die steuerliche Abzugsfähigkeit schwieriger, da in diesem Fall die Gewinnerzielungsabsicht nicht eindeutig ist. Zu der Eigennutzung gehört auch die kostenfreie Überlassung an Freunde oder Angehörige, ebenso der Zeitraum, in dem die Ferienimmobilie weder vermietet noch tatsächlich selbst genutzt wird, dem Steuerpflichtigen aber zur jederzeitigen Nutzung zur Verfügung steht.
Bereits eine geringfügige Selbstnutzung von beispielsweise ein bis drei Wochen im Jahr kann Zweifel an der Gewinnerzielungsabsicht begründen. In diesem Fall müssen die Eigentümer eine Gewinnprognose für die nächsten 30 Jahre erstellen, aus der hervorgeht, dass sie die Absicht haben, einen Gewinn aus der Vermietung zu erzielen. Kommt die Prognose zu dem Ergebnis, dass ein Überschuss in den nächsten 30 Jahren nicht zu erwarten ist, werden die Ausgaben steuerlich nicht berücksichtigt. In diesem Fall müssen aber auch die Mieteinnahmen nicht versteuert werden.
Bei zeitweiser Selbstnutzung der Ferienwohnung sind entstandene Werbungskosten nicht komplett abziehbar. Dabei werden die absetzbaren Zeiträume der Vermietung mit den nicht absetzbaren Zeiträumen der Eigennutzung ins Verhältnis gesetzt. Dazu gehören auch Leerstandszeiten. Der Leerstand wird entsprechend dem Verhältnis von Vermietung und Selbstnutzung aufgeteilt.

Welche Ausgaben können steuerlich geltend gemacht werden?

Erkennt das Finanzamt die Gewinnerzielungsabsicht an, können Anschaffungs- und Finanzierungskosten sowie Kosten für Heizung, Strom oder Reparaturen steuerlich abgesetzt werden. Da besonders in den ersten Jahren, zum Beispiel durch Kreditzinsen, die Ausgaben über den Einnahmen liegen, kann der Verlust das zu versteuernde Einkommen mindern. Wenn die Summe der Aufwendungen die Mieteinnahmen übersteigt, liegen negative steuerliche Einkünfte vor, die mit anderen positiven Einkünften, etwa aus nichtselbständiger Arbeit, verrechnet werden können und so zu einer Steuererstattung führen können.
In einigen Gemeinden Deutschlands kann unter Umständen für eine eigengenutzte Ferienwohnung die Zweitwohnungsteuer fällig werden. Für den Zeitraum, in dem die Immobilie fremdvermietet ist, kann die Zweitwohnungsteuer anteilig als Werbungskosten abgesetzt werden. Besonders in solchen Fällen sowie bei im Ausland gelegenen Immobilien ist eine Beratung durch einen Steuerberater günstig.

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Steuerliche Absetzbarkeit von Hochzeitskosten

Steuerberater online: Hochzeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Der Mai ist der bei weitem beliebteste Monat für Eheschließungen. Daher widmet sich dieser Artikel den steuerlichen Abzugsmöglichkeiten von Hochzeitskosten und erläutert, ob und unter welchen Voraussetzungen die Kosten absetzbar sind.

Wie können Hochzeitskosten steuerlich berücksichtigt werden?

Grundsätzlich sind bei der Einkommensteuer die Kosten für eine Hochzeit– im Gegensatz zu den direkten Kosten einer Scheidung – nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Die unmittelbaren Kosten einer Scheidung können nach dem Urteil des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden, wenn sie unvermeidbar sind. Die Kosten für eine Hochzeit dagegen erfüllen ebenso wie Scheidungsfolgekosten der richterlichen Ansicht nach das Erfordernis der Unvermeidbarkeit nicht. Sie gelten als Kosten der privaten Lebensführung und sind daher nicht abzugsfähig. Das gilt auch, wenn die Ehegatten aus verschiedenen Staaten stammen und ihnen deshalb im Gegensatz zu Ehepaaren derselben Staatsangehörigkeit zusätzliche Eheschließungskosten entstehen.

Hochzeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich absetzen

Dennoch gibt es eine Möglichkeit, zumindest einen Teil der Kosten für die Hochzeitsfeier steuerlich abzusetzen, denn für bestimmte Leistungen, die in einem privaten Haushalt erbracht werden, kann eine Steuerermäßigung beantragt werden. Begünstigt sind dabei solche Aufwendungen, die eine Nähe zur Haushaltsführung aufweisen oder damit im Zusammenhang stehen, sogenannte „haushaltsnahe Dienstleistungen“. Hierfür können 20 % der Aufwendungen bis zu 20.000 Euro, höchstens also 4.000 Euro im Jahr, von der Einkommensteuer abgezogen werden.

Was sind „haushaltsnahe Dienstleistungen“?

Der Begriff der haushaltsnahen Dienstleistungen ist gesetzlich nicht eindeutig definiert. Als „haushaltsnah“ wird eine Dienstleistung bezeichnet, wenn sie eine haushaltsnahe Tätigkeit zum Gegenstand hat. Klassische Tätigkeiten dieser Art im Zusammenhang mit einer Hochzeit sind beispielsweise die Zubereitung von Mahlzeiten sowie die Reinigung der Wohnung oder des Hauses. Neben der Zubereitung der Speisen ist auch das Servieren des Essens, das Abräumen und die Reinigung des Geschirrs steuerlich begünstigt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Für die steuerliche Berücksichtigung der Kosten sind zwei Dinge zu beachten: Zum einen ist nur der Arbeitsanteil begünstigt, nicht aber Materialkosten. Zum anderen muss die Tätigkeit im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn für einen Abend mit Gästen ein Koch nach Hause bestellt wird, der alle Speisen frisch in der Küche der Gastgeber zubereitet.
Damit das Finanzamt die Ausgaben anerkennt, müssen auch formelle Voraussetzungen erfüllt sein. Voraussetzung für den Steuerabzug ist, dass der Steuerpflichtige für die Tätigkeiten eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers, nicht bar, erfolgt ist. Die Arbeitsleistung, die im Haushalt des Gastgebers erbracht wurde, muss gesondert in der Rechnung ausgewiesen werden. Arbeitsleistungen, die im Unternehmen erbracht wurden, die Anlieferung sowie Einkaufskosten müssen ebenfalls gesondert ausgewiesen und für die Steuererklärung herausgerechnet werden. Die Rechnungsbelege müssen aufbewahrt und auf Verlangen dem Finanzamt vorgelegt werden können.

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Steuerliche Absetzbarkeit der Hausratversicherung

Steuerberater online: Wann die Hausratversicherung steuerlich absetzbar ist

Die meisten Menschen haben eine Hausratversicherung abgeschlossen, um ihr Hab und Gut zu schützen. Häufig kommt daher die Frage auf, ob die Versicherungsbeiträge als Sonderausgaben beziehungsweise als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden können. Unter welchen Voraussetzungen die Beiträge zur Hausratversicherung bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine Hausratversicherung?

Als Hausratversicherung wird eine Sachversicherung für Einrichtungs-, Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände eines Haushaltes bezeichnet. Sie bietet Versicherungsschutz gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl, Raub und Vandalismus. Wie bei den meisten privaten Versicherungen werden die Beitragszahlungen zur Hausratversicherung mit Versicherungsteuer belastet: für eine Hausratversicherung ohne Feueranteil mit einem Steuersatz von 19,00 %, für eine Hausratversicherung mit Feueranteil mit 16,15 %.

Wie wird die Hausratversicherung einkommensteuerlich behandelt?

Versicherungsbeiträge sind in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen absetzbar. Grundsätzlich können bei der Einkommenssteuererklärung alle Versicherungen geltend gemacht werden, die der Vorsorge, d.h. der Sicherung der Gesundheit und des Vermögens, dienen. Beispiele hierfür sind die Krankenversicherung oder die Haftpflichtversicherung. Für eine Hausratversicherung ist diese Anforderung allerdings nicht erfüllt. Mit der Hausratversicherung wird zwar Vermögen abgesichert, nicht jedoch eine mögliche dauerhafte Belastung in der Zukunft. Sie ist daher eine reine Sachversicherung, die als solche grundsätzlich steuerlich nicht geltend gemacht werden kann.

Wann ist die Hausratversicherung steuerlich absetzbar?

In bestimmten Fällen können die Beiträge zur Hausratversicherung dennoch bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden, nämlich dann, wenn der Steuerpflichtige im eigenen Zuhause ein Büro oder ein häusliches Arbeitszimmer, das er überwiegend für die Ausübung seines Berufs nutzt, unterhält. In diesem Fall können die Kosten der Hausratversicherung anteilig für jeden Quadratmeter des Arbeitszimmers als Werbungskosten abgesetzt werden. Wenn der Steuerpflichtige eine Versicherung für Büroräume abgeschlossen hat, können die Beiträge zur Hausratversicherung als Betriebsausgaben anteilig von den betrieblichen Einnahmen abgezogen werden und mindern auf diesem Wege das zu versteuernde Einkommen.
Die Hausratversicherung zählt in diesen Fällen steuerlich betrachtet nicht zu den Vorsorgeaufwendungen, sondern zu den Werbungskosten. Sie gilt als Sonderausgabe, die die berufliche Existenz sichern soll.
Beachten Sie bitte, dass eine Hausratversicherung sich normalerweise auf die privaten Vermögenswerte in Ihrem Haushalt bezieht. Daher wird gegebenenfalls eine Ergänzung Ihrer Police erforderlich, wenn Sie in Ihrer Wohnung ein Arbeitszimmer einrichten möchten.

Welche Nachweise sind erforderlich?

Da bei der Hausratversicherung nur derjenige Teil der Versicherungsprämie geltend gemacht werden kann, der auf das Büro bzw. Arbeitszimmer entfällt, muss der Steuerpflichtige diesen Anteil von der Gesamtprämie abziehen. Wenn Ihre Versicherungsgesellschaft nicht automatisch einen jährlichen Beitragsnachweis zusendet, können Sie diesen anfordern. Vielen Finanzämtern reicht als Nachweis allerdings auch eine Kopie des Versicherungsvertrags und der Kontoauszüge, aus denen hervorgeht, dass die Beiträge wirklich geleistet wurden.
Wird die Versicherungssumme über die Wohnfläche berechnet, kann einfach der Anteil des Arbeitszimmers an der Gesamtwohnfläche von der gesamten Versicherungsprämie abgezogen werden. Besser ist es aber, sich von der Versicherungsgesellschaft einen Nachweis erstellen zu lassen, wie hoch der Beitragsanteil für das Arbeitszimmer ist, und diesen Nachweis der Einkommensteuererklärung als Beleg beizufügen.
Die Angaben zur Hausratversicherung werden in der Einkommensteuererklärung in der Anlage G eingetragen.

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