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Die Zweitwohnungsteuer

Steuerberater online: Wie der zweite Wohnsitz steuerlich behandelt wird

Viele Steuerpflichtige, insbesondere Berufspendler und Studenten, haben einen zweiten Wohnsitz am Arbeits- bzw. Studienort inne. Welche steuerlichen Konsequenzen dieser Zweitwohnsitz nach sich zieht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wer erhebt die Zweitwohnungsteuer?

Die Zweitwohnungsteuer, auch Zweitwohnsitzsteuer oder Nebenwohnsitzsteuer genannt, wird von den Gemeinden erhoben. Begründung für die Erhebung dieser Steuer ist die Tatsache, dass die Gemeinden beim kommunalen Finanzausgleich nur für jene Bewohner Geld erhalten, die in der betreffenden Gemeinde ihren Erstwohnsitz haben. Um die Mehrausgaben wegen der temporären Bewohner mit lediglich einem Zweitwohnsitz in der Gemeinde auszugleichen, sind die Gemeinden berechtigt, die Zweitwohnungsteuer zu erheben.

Worauf fällt die Zweitwohnungsteuer an?

Steuergegenstand der Zweitwohnungsteuer ist das Innehaben einer Zweitwohnung neben der Hauptwohnung. Ob die Wohnung gemietet ist oder vom Eigentümer selbst bewohnt wird, spielt dabei keine Rolle; auch nicht, ob sich die Hauptwohnung am selben Ort befindet wie die Zweitwohnung. Nutzt jemand mehrere Wohnungen im Inland, hat er der Meldebehörde mitzuteilen, welche Wohnung seine Hauptwohnung ist. Diese Meldepflicht gilt jedoch erst, wenn der Aufenthalt in einer Zweitwohnung eine gewisse Mindestdauer übersteigt. Diese Mindestdauern sind in den Bundesländern unterschiedlich geregelt.

Was gilt als Zweitwohnsitz?

Wohnung im Sinne des Melderechts ist jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt wird. Wohnwagen und Wohnschiffe werden nur dann als Wohnungen angesehen, wenn sie nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden.
Hauptwohnung ist in der Regel die vorwiegend genutzte Wohnung, also jene, in der man sich voraussichtlich den größten Teil des Jahres aufhalten wird. Alle übrigen Wohnungen sind Nebenwohnungen.
Was genau als Zweitwohnsitz gilt, ist in den Satzungen verschiedener Gemeinden unterschiedlich geregelt. Manche Kommunen folgen der Definition des Melderechts und verstehen darunter jeden umschlossenen Raum, der zum Schlafen genutzt wird. In anderen Gemeinden wird eine abgeschlossene Wohneinheit mit Kochnische und Bad als Zweitwohnung bezeichnet. In manchen Gemeinden müssen sogar für Garten- oder Blockhütten Steuern gezahlt werden.

Wie wird die Zweitwohnungsteuer bemessen?

Prinzipiell darf laut Gesetz jede Kommune selbst entscheiden, wie hoch die Zweitwohnsitzsteuer ist und ab wann sie fällig wird. Als Bemessungsgrundlage für die Zweitwohnungsteuer dient bei Mietwohnungen in der Regel die Jahreskaltmiete; bei Eigentumswohnungen wird eine ortsübliche Vergleichsmiete herangezogen. Der Steuersatz liegt zwischen 5 % in Berlin und bis zu 23 % in Überlingen, in der Regel beträgt er 10 %.
Nachdem die Gemeinde alle Zweitwohnungsteuerpflichtigen erfasst hat, benötigt sie in der Regel die Miete, um die zu zahlende Steuer ermitteln zu können. Dazu werden die Steuerpflichtigen von der Stadt angeschrieben und aufgefordert, die beiliegende Steuererklärung auszufüllen. Der Steuerpflichtige erhält danach von der Gemeinde einen Steuerbescheid, in dem die Zahlungsmodalitäten festgesetzt sind. Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats Widerspruch eingelegt werden.

Wer ist von der Zweitwohnungsteuer befreit?

Welche Bevölkerungsgruppen von der Zweitwohnungsteuer befreit sind, ist grundsätzlich abhängig von der jeweiligen Satzung der Stadt. In der Regel befreit sind jedoch:

• Bewohner von Alten- und Pflegeheimen;
• Gefängnisinsassen;
• Minderjährige oder noch in Ausbildung befindliche Personen, soweit sie von den Eltern finanziell abhängig sind;
• Soldaten oder Polizeivollzugsbeamte in Gemeinschaftsunterkünften;
• in einigen Gemeinden Studenten ohne Einkommen;
• in einige Gemeinden Drittwohnungen.

Auch verheiratete Berufspendler, die am Arbeitsort eine Zweitwohnung haben, müssen nicht zahlen, da diese gegenüber denen, die keine zweite Wohnung benötigen, bereits einen finanziellen Nachteil durch die doppelte Haushaltsführung haben. Ledige Berufspendler können die Steuer für die Zweitwohnung am Arbeitsort zumindest in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen.

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Geldwerter Vorteil

Steuerberater online: Wie der geldwerte Vorteil steuerlich behandelt wird

Viele Arbeitgeber lassen ihren Beschäftigten Sachbezüge zukommen. Wie diese steuerlich zu behandeln sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Als geldwerter Vorteil werden im Steuerrecht Sachbezüge in Form unentgeltlicher oder verbilligter Überlassung von Sachwerten oder Dienstleistungen bezeichnet, die als Ergänzung zum eigentlichen Arbeitsentgelt geleistet werden. Sachbezüge sind Einnahmen, die nicht in Geld bestehen.
Die Höhe des geldwerten Vorteils wird hierbei durch den Geldbetrag bestimmt, den der Arbeitnehmer ausgeben müsste oder zusätzlich ausgeben müsste, wenn er sich den Sachwert oder die Dienstleistung nach dem üblichen Endpreis am Abgabeort (inklusive Umsatzsteuer) selbst beschaffen würde. Dieser Geldbetrag ist in der Regel als steuerpflichtiger Arbeitslohn anzusetzen. Der Bezug bestimmter Sachwerte oder Dienstleistungen kann allerdings steuerbegünstigt sein. Bei Zuwendungen im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse (sogenannte „Annehmlichkeiten“) ist der Bezug komplett steuerfrei.
Geldwerte Vorteile werden von Arbeitgebern gern genutzt, weil sie dadurch Abgaben sparen können. Auch der Arbeitnehmer kann daraus oft größeren Nutzen ziehen als aus einer Lohnerhöhung, die möglicherweise durch eine erhöhte steuerliche Belastung wieder aufgezehrt wird. Geldwerte Vorteile müssen zwar grundsätzlich vom Arbeitnehmer versteuert werden, allerdings muss dieser hierfür meist weniger Einkommensteuer als für bar ausgezahlten Lohn entrichten. Bei der Entscheidung, ob sich im Einzelfall ein geldwerter Vorteil wirklich lohnt, ist eine Beratung durch einen Steuerberater günstig.

Welche geldwerten Vorteile sind steuerfrei?

Das Einkommensteuergesetz nennt viele Arten des steuerfreien geldwerten Vorteils. Zu den am häufigsten genutzten Formen gehören:

Berufskleidung, die Arbeitnehmer kostenlos oder verbilligt vom Arbeitgeber erhalten;
Laptop, Computer oder Smartphones und andere Telekommunikationsgeräte, die der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber erhält bzw. ausgeliehen bekommt und privat benutzen darf;
– Betreuungskosten für noch nicht schulpflichtige Kinder;
– Benzingutscheine und Warengutscheine, ein Gutscheinwert von 44 Euro monatlich darf hierbei nicht überschritten werden;
– Essensgutscheine und Restaurantchecks;
– Kosten für Physiotherapie, Massagen oder sportliche Aktivitäten, die im Zusammenhang mit einer beruflichen Belastung stehen und nicht mehr als 500 Euro im Jahr kosten;
– Werbegeschenke vom eigenen Unternehmen oder von Tochtergesellschaften, die nicht mehr als 1.080 Euro im Jahr kosten;
– Geschenke vom Arbeitgeber im Wert von maximal 60 Euro pro Jahr;
– Trinkgelder, die der Arbeitnehmer freiwillig von einem Gast oder Kunden erhält;
– Kredite, die der Arbeitgeber ohne oder zu günstigeren Zinsen vergibt; hierbei ist die Differenz zwischen dem Zinssatz, den der Arbeitgeber verlangt und dem Zinssatz, den eine Bank verlangen würde, der geldwerte Vorteil;
– Vermögensbeteiligungen, wenn die Beteiligung nicht mehr als 360 Euro im Jahr beträgt;
Fortbildungskosten, wenn die Schulung im Zusammenhang mit dem Beruf steht.

Was ist mit anderen Sachbezügen?

Für andere Sachbezüge steht jedem Arbeitnehmer ein jährlicher Rabattfreibetrag für unentgeltliche oder verbilligte Sachbezüge in Höhe von 1.080 Euro zur Verfügung. Damit sind Waren oder Dienstleistungen gemeint, die vom Unternehmen am Markt angeboten werden. Übersteigt der finanzielle Gegenwert des Mitarbeiterrabatts den Rabattfreibetrag, muss nur die darüber hinausgehende Summe versteuert werden.
Für andere Aufwendungen in materieller Form (beispielsweise Geschenke zum Geburtstag oder Jubiläum) steht dem Arbeitnehmer ein monatlicher Freibetrag von 44 Euro zur Verfügung. Wird diese Freigrenze überschritten, muss der geldwerte Vorteil vollständig versteuert werden.
Bei privat und beruflich genutzten Dienstwagen wird die private Nutzung besteuert. Dazu existieren zwei Möglichkeiten: Die eine ist die sogenannte „Ein-Prozent-Regelung“, nach der alle privaten Fahrten pauschal mit einem monatlichen Betrag von einem Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs versteuert werden. Dazu wird noch ein Betrag von 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Kilometer Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort addiert. Als Alternative zu dieser pauschalen Besteuerung kann auch ein Fahrtenbuch geführt werden, in dem jeder zurückgelegte Kilometer aufgezeichnet werden muss. Erforderlich ist eine klare Trennung zwischen beruflichen und privaten Fahrten. Generell gilt, dass sich das Führen eines Fahrtenbuchs umso mehr lohnt, je weniger private Fahrten mit dem Dienstwagen unternommen werden.

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Kosten für Fort- und Weiterbildung steuerlich geltend machen

Steuerberater online: Wie Sie die Kosten für Fort- und Weiterbildungen steuerlich geltend machen können

Im Gegensatz zu einer ersten Ausbildung bzw. einem Erststudium, deren Kosten nur als Sonderausgaben und nur in begrenzter Höhe steuerlich abzugsfähig sind, sind Ausgaben für Fort- und Weiterbildungen sowie Zweitstudien deutlich leichter steuerlich geltend zu machen.

Welche Bildungsmaßnahmen gelten als Fort- bzw. Weiterbildung?

Als Fort- oder Weiterbildung im steuerrechtlichen Sinne gilt jede beruflich veranlasste Aus- und Weiterbildung nach Abschluss der ersten Ausbildung oder des Erststudiums. Dazu gehören zum Beispiel eine Umschulung, ein Zweit- oder Masterstudium oder innerbetriebliche Fortbildungen. Voraussetzung hierbei ist, dass der Steuerpflichtige bereits einen Beruf hat und die Bildungsmaßnahme objektiv erkennbar der Erwerbstätigkeit dienen soll. Ein fachlicher Zusammenhang mit dem ersten Beruf ist allerdings nicht erforderlich.
Beispiele für Fort- bzw- Weiterbildungsmaßnahmen:

• Studium nach einer Berufsausbildung
• Masterstudium nach einem Bachelorabschluss
• Anerkennungsjahr, Berufspraktikum oder beruflicher Vorbereitungsdienst nach einem Hochschulabschluss
• Postgraduale Zusatz-, Ergänzungs- und Aufbaustudiengänge
• Promotionsstudium
• Zweitstudium nach einem bereits abgeschlossenen Studium; bei parallel absolvierten Studiengängen gilt der zweite Studiengang als Fortbildung, sobald der erste abgeschlossen ist.

Nicht als Fort- oder Weiterbildung im steuerrechtlichen Sinne gelten allgemeine Sprach- oder Computerkurse oder Volkshochschulkurse zur privaten Weiterbildung in einem nicht ausgeübten Beruf. Diese Kosten können steuerlich daher nicht berücksichtigt werden.

Wie werden Weiterbildungskosten einkommensteuerlich behandelt?

Die Kosten für ein Zweitstudium nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder nach einem bereits absolvierten Studium sowie die Aufwendungen einer berufsbedingten Fortbildung sind in voller Höhe als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abzugsfähig. Es ist auch möglich, die Weiterbildungskosten und die Einkünfte miteinander zu verrechnen. Dabei können im Kalenderjahr auch negative Einkünfte entstehen, die als Verlustvortrag in späteren Jahren steuermindernd wirken können.

Welche Kosten sind absetzbar?

Ebenso wie bei den Aufwendungen für eine Erstausbildung können für eine folgende Ausbildung unter anderem folgende Ausgaben abgesetzt werden:

• Lehrgangs-, Schul- und Studiengebühren,
Aufwendungen für Arbeitsmittel (z. B. Computer),
• Prüfungsgebühren,
• Aufwendungen für Fachliteratur und Lernmittel,
• Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort,
• Kosten der Unterkunft am Studienort (seit 2014 nur noch absetzbar, wenn die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung erfüllt sind),
• Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, sofern es den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bildet,
• Aufwendungen für beruflich bedingte Sprachkurse.

Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung

Voraussetzung für die steuerliche Abziehbarkeit der Fort- bzw. Weiterbildungskosten ist die berufliche Veranlassung der betreffenden Bildungsmaßnahme. Private Interessen an der Bildungsmaßnahme dürfen nicht vorliegen oder höchstens nur von ganz untergeordneter Bedeutung sein.

Übernahme der Fortbildungskosten durch Arbeitgeber

Wenn der Arbeitgeber seinen Angestellten eine kostenlose Fortbildung zukommen lässt, wendet er ihnen damit einen sogenannten geldwerten Vorteil zu, der prinzipiell versteuert werden müsste. Für die übernommenen Kosten einer Fortbildung gilt aber, dass der finanzielle Vorteil durch die Kostenübernahme steuerfrei ist, wenn die Teilnahme an der Fortbildung vor allem im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegt. Dies ist erfüllt, wenn sich die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers durch die Bildungsmaßnahme erhöht. Der Arbeitgeber darf die Kosten der Fortbildung als Betriebsausgaben steuermindernd geltend machen. Sozialversicherungsbeiträge fallen ebenfalls nicht an. Aufwendungen, die dem Arbeitnehmer im Rahmen einer solchen Fortbildung selbst entstehen, zum Beispiel Fahrtkosten, darf dieser in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen.
Bezahlt der Arbeitnehmer die Fortbildung zunächst selbst und bekommt die Kosten später vom Arbeitgeber erstattet, dann handelt es sich dabei um Arbeitslohn. Ob der finanzielle Vorteil versteuert werden muss oder nicht, hängt von der Art der ersetzten Kosten ab: Fahrt-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten darf der Arbeitgeber steuerfrei ersetzen. Ersetzt der Arbeitgeber andere Kosten, wie z.B. Kursgebühren, handelt es sich bei den Erstattungsleistungen um steuerpflichtigen Arbeitslohn. In diesem Fall darf der Arbeitnehmer seine Fortbildungskosten in voller Höhe in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben.
Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer die Fortbildungskosten auch als Darlehen gewähren, ohne einen geldwerten Vorteil herbeizuführen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Vereinbarungen über Verzinsung, Kündigung und Rückzahlung ausgehandelt werden wie unter fremden Dritten.

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Kosten für die Erstausbildung steuerlich absetzen

Steuerberater online: Wie Sie die Kosten für Erststudium oder Berufsausbildung steuerlich geltend machen können

Seit dem 1. Januar 2015 gilt eine neue Regelung über die steuerliche Anerkennung einer Bildungsmaßnahme als Erstausbildung. Ob und wie Sie Ihre Kosten für ein Erststudium oder eine Berufsausbildung steuerlich geltend machen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Bildungsmaßnahmen sind als Erstausbildung absetzbar?

Generell gelten umfasst der Begriff „Ausbildung“ alle staatlich anerkannten berufsqualifizierenden Maßnahmen. Steuerlich relevant ist, dass es sich stets um die erste Ausbildung handeln muss. Je nachdem, welcher Art eine Bildungsmaßnahme ist und welchem Zweck sie dient, gilt für die Kosten der Sonderausgaben- oder der Werbungskostenabzug.
Als Erstausbildung im steuerrechtlichen Sinne gilt:

– der Besuch allgemeinbildender Schulen,
– Bildungsmaßnahmen, die zu einem erstmaligen Berufsabschluss führen (Lehre oder Berufsausbildung),
– ein Erststudium (Bachelor oder Diplom).

Seit dem 1. Januar 2015 gelten strengere Anforderungen für die steuerliche Anerkennung einer Erstausbildung. Eine Erstausbildung muss demnach die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

– Die Ausbildung wird auf Grundlage von Rechts- oder Verwaltungsvorschriften oder internen Vorschriften eines Bildungsträgers durchgeführt.
– Die Ausbildung hat (als Vollzeitausbildung) eine Dauer von mindestens zwölf Monaten (bei mindestens 20 Stunden wöchentlich).
– Die Ausbildung hat ein klar definiertes Ende, z. B. eine Abschlussprüfung.

Nicht als Erstausbildung anerkannt werden zum Beispiel:

– Kurse zur Berufsorientierung oder -vorbereitung,
– Kurse zur Erlangung von Fahrerlaubnissen,
– Betriebspraktika oder
– die Grundausbildung bei der Bundeswehr.

Wie werden die Kosten steuerlich behandelt?

2011 entschied der Bundesfinanzhof, dass Aufwendungen für das Erststudium oder die Erstausbildung nicht mehr als Werbungskosten, sondern nur als Sonderausgaben abziehbar sind, diese Aufwendungen also der privaten Lebensführung zugeordnet sind. Dies hält der Bundesfinanzhof allerdings für verfassungswidrig. Eine endgültige Entscheidung muss das Bundesverfassungsgericht fällen, allerdings ist damit erst 2017 zu rechnen.
Findet eine erste Ausbildung im Rahmen eines Dienstverhältnisses statt, können die Ausbildungskosten dagegen als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das gilt zum Beispiel für Berufsausbildungsverhältnisse gemäß dem Berufsbildungsgesetz und für ein duales Studium.
Die Kosten für ein Zweitstudium nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder nach einem bereits absolvierten Studium sowie die Aufwendungen einer berufsbedingten Fortbildung sind ebenfalls in voller Höhe als Werbungskosten abzugsfähig.

In welcher Höhe sind die Kosten absetzbar?

Da die Kosten einer beruflichen Erstausbildung nur als Sonderausgaben abgesetzt werden dürfen, werden sie nur in begrenzter Höhe steuerlich begünstigt. Bei den Ausbildungskosten ist der Betrag auf 6.000 Euro pro Kalenderjahr begrenzt. Ein eventueller Steuervorteil kann ausschließlich in dem Kalenderjahr entstehen, in dem die Kosten angefallen sind. Es ist also möglich, Aufwendungen für die Berufsausbildung abzuziehen, die erst nach deren Beendigung anfallen, zum Beispiel Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen.
Abgesetzt werden können nur die Ausgaben, die auch tatsächlich nachgewiesen werden.

Welche Kosten sind absetzbar?

Unter anderem können folgende Aufwendungen bei Erstausbildungen als Sonderausgaben abgesetzt werden:

– Lehrgangs-, Schul- und Studiengebühren,
– Aufwendungen für Arbeitsmittel (z. B. Computer),
– Prüfungsgebühren,
– Aufwendungen für Fachliteratur und Lernmittel,
– Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort,
– Kosten der Unterkunft am Studienort (seit 2014 nur noch absetzbar, wenn die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung erfüllt sind),
– Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, sofern es den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bildet,
– Aufwendungen für beruflich bedingte Sprachkurse,
– Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen, auch wenn sie erst nach Abschluss der Ausbildung gezahlt werden.

Wie viel können Eltern der Auszubildenden in der Steuererklärung absetzen?

Eltern, die ihre in Ausbildung befindlichen Kinder finanziell unterstützen, gewährt das Finanzamt einen Steuerfreibetrag für die entsprechenden Ausgaben. Dieser beträgt 924 Euro jährlich und ist an verschiedene Bedingungen geknüpft:

– das Kind ist volljährig und
– befindet sich in der Ausbildung und
– ist kindergeldberechtigt und
– wohnt nicht mehr zu Hause.

Keine Rolle spielt dagegen, wie viel das Kind in seiner Ausbildung verdient.

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Steuerliche Behandlung der doppelten Haushaltsführung

Steuerberater online: Wann Sie die doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen können

Viele Berufstätige führen einen doppelten Haushalt, der oft zu deutlich höheren Lebenshaltungskosten führt. Unter welchen Voraussetzungen Sie diese Mehrkosten einkommensteuerlich geltend machen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist eine „doppelte Haushaltsführung“?

Eine doppelte Haushaltsführung im Sinne des Einkommensteuergesetzes liegt vor, wenn der Steuerpflichtige außerhalb des Ortes, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält (Hauptwohnsitz), beruflich tätig ist und am Ort der Berufstätigkeit übernachtet (Zweitwohnsitz). Der zweite oder doppelte Haushalt befindet sich demnach stets am auswärtigen Beschäftigungsort, wo sich die auswärtige Tätigkeitsstätte befindet.

Wie werden die Ausgaben einkommensteuerlich behandelt?

Die notwendigen Mehraufwendungen, die dem Steuerpflichtigen wegen einer aus beruflichem Anlass begründeten doppelten Haushaltsführung entstehen, gelten bei Arbeitnehmern als Werbungskosten. Für Gewerbetreibende und Freiberufler sind die Mehraufwendungen als Betriebsausgaben denselben Regelungen wie bei Arbeitnehmern unterworfen.

Voraussetzungen für die steuerliche Anerkennung

Damit die Mehraufwendungen für die doppelte Haushaltsführung einkommensteuerlich anerkannt werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Insbesondere muss die doppelte Haushaltsführung stets beruflich veranlasst sein. Berufliche Gründe liegen beispielsweise vor, wenn der Arbeitgeber den Umzug fordert, bei Werks- oder Dienstwohnungen, bei Betriebsverlagerung oder wenn die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erheblich verkürzt wird. Die doppelte Haushaltsführung ist ebenfalls beruflich begründet, wenn der Hauptwohnsitz aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort wegverlegt wird und am Beschäftigungsort ein Zweithaushalt gegründet wird, um dem bisherigen Job nachzugehen.
Für die Anerkennung eines eigenen Hausstandes am heimischen Wohnort müssen folgende drei Bedingungen erfüllt werden: Zunächst muss dort die Hauptwohnung innegehabt werden. Bei der Hauptwohnung muss es sich um eine eigenständige Wohnung handeln, die der Steuerpflichtige als Eigentümer oder Mieter nutzt. Ein gemeinsames oder abgeleitetes Nutzungsrecht durch Ehegatte, Lebenspartner oder Mitbewohner ist ebenfalls zulässig.

Zweitens muss sich der Steuerpflichtige nachweislich an den Kosten der Haushaltsführung für die Hauptwohnung beteiligen. Grundsätzlich wird bei einer Kostenbeteiligung von mehr als 10 Prozent der monatlich regelmäßig anfallenden laufenden Kosten der Haushaltsführung (z. B. Miete, Nebenkosten, Kosten für Lebensmittel) von einer ausreichenden finanziellen Beteiligung ausgegangen. Lediglich verheiratete Arbeitnehmer, die gemeinsam mit dem Ehegatten eine Wohnung bezogen haben, sind von der Nachweisführung der finanziellen Beteiligung befreit.

Schließlich muss die Hauptwohnung den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Steuerpflichtigen darstellen. Bei Ledigen befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen an dem Ort, zu dem die engeren persönlichen Beziehungen bestehen. Diese können ihren Ausdruck besonders in Bindungen an Personen (z. B. Eltern, Verlobte, Freunde) finden, aber auch in Vereinszugehörigkeiten und anderen Aktivitäten. Bei Verheirateten ist der Mittelpunkt der Lebensinteressen dort, wo der Ehepartner bzw. die Familie wohnt, wenn der Steuerpflichtige die Familienwohnung mindestens sechsmal im Jahr aufsucht.
Als Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort kommt jede dem Arbeitnehmer entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung stehende Unterkunft in Betracht, in der sich übernachten lässt. Wie oft diese Unterkunft tatsächlich genutzt wird, spielt keine Rolle.

Welche Kosten können steuerlich abgesetzt werden?

Als abziehbare Werbungskosten oder Betriebsausgaben kommen insbesondere in Betracht:

Umzugskosten: Die nachgewiesenen Umzugskosten werden in tatsächlicher Höhe angesetzt, die Umzugskostenpauschale wird im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung nicht anerkannt.

– Fahrtkosten/Familienheimfahrten: Pro Entfernungskilometer werden für Fahrten mit dem eigenen Auto 0,30 Euro anerkannt. Bei Fahrten mit Zug, Flugzeug oder Bus können die tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen Reisekosten abgesetzt werden.

– Unterkunftskosten: Bei Mietwohnungen können die Miete, Miet- oder Pachtgebühren für einen Kfz-Stellplatz und Aufwendungen für eine Sondernutzung angesetzt werden. Bei Eigentumswohnungen können die Abschreibung, etwaige Schuldzinsen und Erhaltungsaufwendungen, Grundbesitzabgaben und Versicherungsbeiträge geltend gemacht werden. In beiden Fällen können Nebenkosten, Maklergebühren, Rundfunkbeiträge und Reinigungskosten sowie eine etwaige Zweitwohnungsteuer steuermindernd angesetzt werden.
Ab 2014 gilt für die tatsächlichen Aufwendungen für die Unterkunft gegen Nachweis ein Limit von 1.000 Euro pro Monat. Der Höchstbetrag gilt dabei monatsbezogen und als Durchschnittswert für das Gesamtjahr, d.h. sind die Aufwendungen in einzelnen Monaten geringer und in anderen Monaten höher, dürfen die übersteigenden Beträge mit den nicht ausgeschöpften verrechnet werden.

Verpflegungsmehraufwendungen: Für die ersten drei Monate nach Bezug der Zweitwohnung können Pauschbeträge für die Verpflegung von der Steuer abgesetzt werden; für An- und Abreisetag jeweils 12,00 Euro, für jeden vollen Tag der Abwesenheit von der Hauptwohnung 24,00 Euro.

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Steuerspartipps für Berufseinsteiger

Steuerberater online: Wie Berufseinsteiger ihre Einkommensteuerlast reduzieren können

Für Berufseinsteiger gibt es besonders viele Wege, bei der Einkommensteuer zu sparen. Dieser Artikel zeigt einige wesentliche Möglichkeiten auf.

Kosten für Studium und Ausbildung

Berufsanfänger können ihre Aufwendungen für ein Erststudium oder eine erstmalige berufliche Ausbildung bis maximal 6.000 Euro pro Jahr geltend gemacht werden, allerdings nur in dem Kalenderjahr, in dem sie angefallen sind. Hierbei handelt es sich steuerrechtlich nämlich nicht um Werbungskosten, sondern um Kosten der privaten Lebensführung. Mit der Verfassungsmäßigkeit dieser Regelung befasst sich allerdings momentan das Bundesverfassungsgericht, sodass hier in absehbarer Zeit mit Änderungen gerechnet werden muss.
Wer ein Zweitstudium (z.B. ein Masterstudium) oder ein Studium nach bereits abgeschlossener Berufsausbildung absolviert, darf seine Aufwendungen sogar in unbegrenzter Höhe als vorweggenommene Werbungskosten in der Steuererklärung ansetzen. Übersteigen während des Studiums die Ausgaben die Einnahmen, stellt das Finanzamt die Verluste jährlich fest und verrechnet sie im Rahmen des sogenannten „Verlustvortrags“ mit zukünftigen Einkünften des Berufseinsteigers. Um in den Folgejahren abgezogen werden zu können, müssen die Verluste in der Steuererklärung angegeben werden.

Kosten für Bewerbungen

Auch die Kosten, die für den Bewerbungsprozess anfallen, können von der Steuer abgesetzt werden. Darunter fallen zum Beispiel Aufwendungen für Bewerbungsfotos, Beglaubigungen, Bewerbungsmappen, Porto oder für Bücher mit Bewerbungstipps. Auch die Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen können steuerlich geltend gemacht werden, wenn der potentielle Arbeitgeber diese Kosten nicht übernimmt. Die Bewerbungskosten müssen dem Finanzamt nachgewiesen werden.

Kosten für Arbeitskleidung

Bei der steuerlichen Behandlung von Arbeitskleidung ist zu beachten, dass nur Arbeitskleidung im steuerlichen Sinne als Werbungskosten von der Einkommensteuer abgesetzt werden darf. Um typische Arbeitskleidung handelt es sich dann, wenn die Kleidung wegen ihrer Beschaffenheit zur beruflichen Verwendung bestimmt und wegen der Eigenart des Berufes notwendig ist, wie z.B. Arztkittel, Richterrobe, Schutzkleidung, Uniformen oder die Einheitskleidung des Personals. Dazu zählt auch bürgerliche Kleidung, wenn sie berufstypisch ist (z.B. weiße Kleidung bei Heilberufen). Sind im neuen Job dagegen Anzug oder Kostüm notwendig, können diese Kosten nicht steuerlich geltend gemacht werden, da diese Kleidungsstücke auch in der Freizeit getragen werden könnten.
Handelt es sich bei der Kleidung zweifelsfrei um Arbeitskleidung im steuerlichen Sinne, so können die Kosten für Anschaffung, Reinigung und Reparatur von der Steuer abgesetzt werden.

Umzugskosten

Grundsätzlich werden jene Umzüge steuerlich anerkannt, die aus beruflichen Gründen erfolgen. Insbesondere als beruflich veranlasster Umzug anerkannt wird die erstmalige Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit nach dem Examen an einem anderen Ort.
Wenn Sie aus beruflichen Gründen den Wohnort wechseln, können Sie folgende Kosten als Werbungskosten abziehen, sofern sie schriftlich belegt werden:

• Kosten für den Transport des Umzugsguts,
• Reisekosten für Wohnungsbesichtigungen und Umzugsvorbereitung,
• doppelte Miete oder Mietausfall für bis zu drei (in Einzelfällen auch sechs) Monate,
• Maklergebühren (nur bei Mietwohnungen),
• Anschaffungskosten für einen Herd und für Öfen.

Weitere Kosten werden grundsätzlich über die Pauschale für sonstige Umzugskosten abgegolten. Die Pauschale für sonstige Umzugskosten beträgt seit dem 1. März 2015 für Ledige 730 Euro bzw. für Verheiratete 1.460 Euro. Für jede weitere Person, die im Haushalt lebt, gibt es zusätzlich 322 Euro. Die Umzugspauschale ist nicht an einen Zeitraum geknüpft, d.h. Sie haben bei mehreren Umzügen innerhalb eines Jahres jedes Mal Anspruch auf die Pauschale.
Falls Ihr Arbeitgeber Ihnen die Umzugskosten ersetzt, melden Sie in der Steuererklärung steuerfreie Einnahmen anstelle eines Werbungskostenabzugs an.

Kosten für doppelte Haushaltsführung

Bezieht der Berufsanfänger am neuen Arbeitsort eine Wohnung und behält seine bisherige Unterkunft am Studien- oder Heimatort bei, kann er unter anderem Kosten für Familienheimfahrten sowie für die Zweitwohnung am Arbeitsort im Rahmen der Werbungskosten geltend machen. Dazu muss allerdings der Lebensmittelpunkt weiterhin am Heimatort sein und dort auch ein eigener Hausstand unterhalten werden. Zudem muss sich der Steuerpflichtige für die steuerliche Anerkennung mit mindestens zehn Prozent an den laufenden Kosten (beispielsweise Miete, Nebenkosten, Lebensmittel) der Wohnung am Heimatort beteiligen.
Grundsätzlich können die tatsächlich entstandenen Aufwendungen für den doppelten Haushalt angesetzt werden. Seit 2014 sind diese jedoch auf maximal 1.000 Euro monatlich begrenzt.

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Steuerliche Behandlung von Abfindungen

Steuerberater online: Wie Abfindungszahlungen steuerlich behandelt werden

Bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kommt es häufig zur Zahlung einer Abfindung. Diese würde jedoch im betreffenden Jahr wegen des progressiven Einkommensteuertarifs zu einem erheblichen Anstieg des Einkommensteuersatzes des Arbeitsnehmers führen. Daher sieht das Einkommensteuergesetz unter bestimmten Voraussetzungen eine ermäßigte Besteuerung von Abfindungszahlungen vor.

Was gilt als Abfindung?

Im Wesentlichen stellen Abfindungen einen Ersatz für entgangene Einnahmen dar und gelten deshalb aus einkommensteuerlicher Sicht vollumfänglich als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Ein Rechtsanspruch auf eine Abfindungszahlung existiert nicht.
Eine Abfindung muss nicht unbedingt monetärer Art sein; um eine Abfindung kann es sich ebenfalls handeln, wenn die Entlassungsvereinbarung nichtmonetäre Leistungen des früheren Arbeitgebers vorsieht, wie zum Beispiel eine unentgeltliche Nutzung des Dienstwagens.

Wie wirkt sich eine Abfindung einkommensteuerlich aus?

Abfindungszahlungen müssen seit dem 1.1.2006 versteuert werden; zuvor existierende Freibeträge für geringe Abfindungsbeträge sind weggefallen. Allerdings werden Abfindungen einkommensteuerlich begünstigt, da sie als „außergewöhnliche Einkünfte“ gelten. Die steuerliche Belastung wird dabei durch die sogenannte „Fünftelregelung“ gemildert.
Die Fünftelregelung funktioniert folgendermaßen: Die Differenz der Einkommensteuer für das Einkommen ohne Abfindung und der Steuer für das Einkommen inklusive einem Fünftel der Abfindung wird gebildet. Diese Differenz zwischen beiden Steuerbeträgen ist der Steuerbetrag für ein Fünftel der Abfindung und wird anschließend verfünffacht, um die Steuer für die gesamte Abfindung zu erhalten. So ergibt sich eine geringere Steuerprogression und damit eine deutlich geringere Steuerbelastung, als wenn der Gesamtbetrag in einer Summe der Einkommensteuer unterworfen würde. Die Fünftelregelung für Abfindungen unterstellt also, dass der Steuerpflichtige fünf Jahre lang jeweils ein Fünftel der Abfindung erhält. Gezahlt werden muss die Steuer aber trotzdem auf einmal.
Für die Berechnung und Abführung der auf die Abfindung entfallenden Einkommensteuer ist der Arbeitgeber zuständig, d.h. er muss die einzubehaltende Einkommensteuer berechnen und an das zuständige Finanzamt abführen. Für eine Abfindung fallen keine Beiträge zur Sozialversicherung an.

Voraussetzungen für die ermäßigte Besteuerung von Abfindungen

Die Anwendung der begünstigenden Fünftelregelung ist allerdings von der Erfüllung zweier Voraussetzungen abhängig. Zum einen ist die Abfindung vollständig innerhalb eines Steuerjahres zu zahlen. Ausnahmsweise kommt die Steuerermäßigung auch dann in Betracht, wenn sich die Abfindungszahlung auf zwei Kalenderjahre verteilt. Hierfür muss die Entschädigung dennoch von vornherein in einer Summe vorgesehen gewesen sein und nur wegen ihrer ungewöhnlichen Höhe und der besonderen Verhältnisse des zahlungspflichtigen Arbeitgebers, wie zum Beispiel Liquiditätsprobleme, auf zwei Jahre verteilt werden. Auch ein existenzgefährdender Notfall des Abfindungsempfängers, aufgrund dessen er auf eine Vorauszahlung angewiesen war, wird vom Finanzamt akzeptiert.
Zum anderen muss innerhalb des Kalenderjahres eine Zusammenballung von Einkünften vorliegen, das heißt, dass der Arbeitnehmer in der Gesamtheit aus Abfindung, weiteren aus dem Wegfall des Dienstverhältnisses begründeten Einnahmen und restlichem laufenden Gehalt mehr verdient, als er bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses erhalten hätte.

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Steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers

Steuerberater online: Urteil des Bundesfinanzhofes ermöglicht Absetzbarkeit auch für Rentner

Der Bundesfinanzhof urteilte kürzlich, dass unter gewissen Voraussetzungen auch Rentner ihre Ausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer von der Einkommensteuer absetzen können. Deshalb widmet sich dieser Artikel der Frage, wer sein häusliches Arbeitszimmer steuerlich absetzen kann und welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen.

Was gilt als „häusliches Arbeitszimmer“?

Um steuerlich anerkannt zu werden, muss ein häusliches Arbeitszimmer seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre eingebunden sein, d.h. zur privaten Wohnung oder Wohnhaus gehören. Auch die Tatsache, dass im kürzlich entschiedenen Fall das Arbeitszimmer im Keller lag, stand der steuerlichen Anerkennung nicht entgegen, da der Raum mit Fenstern ausgestattet und wohnlich eingerichtet war.
Ferner muss das häusliche Arbeitszimmer nahezu ausschließlich (d.h. zu mindestens 90 %) zu betrieblichen oder beruflichen Zwecken genutzt werden. Der Bundesfinanzhof beschäftigt sich allerdings derzeit mit der Frage, ob der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers voraussetzt, dass der betreffende Raum fast ausschließlich beruflich genutzt wird oder ob beispielsweise auch die Arbeitsecke im Wohnzimmer steuerlich geltend gemacht werden kann.

Welche Voraussetzungen müssen Rentner erfüllen?

Grundsätzlich sind Kosten für das häusliche Arbeitszimmer steuerlich nicht abziehbar. Der Gesetzgeber hat allerdings zwei Ausnahmen von dieser Grundregel vorgesehen:

1. Wem für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, darf seine Kosten bis zu einer Höhe von 1.250 Euro jährlich abziehen. Dies trifft auch im Fall sogenannter „Poolarbeitsplätze“ zu, d.h. Arbeitsplätze, die mehrere Arbeitnehmer nutzen.
2. Wenn das häusliche Arbeitszimmer gar den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt, dürfen die Kosten unbeschränkt abgezogen werden. Dies trifft für reine Heimarbeiter zu.

Im kürzlich entschiedenen Fall hatte ein pensionierter Ingenieur geklagt, der als Gutachter tätig war und Kosten für sein Arbeitszimmer in Höhe von 2.240 Euro steuerlich geltend machen wollte. Das zuständige Finanzamt wollte lediglich 1.250 Euro anerkennen, das Finanzgericht sowie der Bundesfinanzhof sahen das Arbeitszimmer hingegen als voll abzugsfähig an. Die Richter entschieden nämlich, dass die Einkünfte aus der passiven Tätigkeit als Pensionär bei der Bestimmung des Mittelpunktes der Tätigkeit nicht zu berücksichtigen sind. Für die Bestimmung des Mittelpunktes seien nur aktive Tätigkeiten einzubeziehen. Damit sei hierfür nur die Tätigkeit als Gutachter relevant.
Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung ist also, dass neben der Rente oder Pension zusätzliche Arbeitseinkünfte erzielt werden und das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet.

Welche Ausgaben werden anerkannt?

Die Kosten des häuslichen Arbeitszimmers können anteilig als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Als Kosten sind beispielsweise abziehbar:

• Miete, Grundsteuer, Gebäudeversicherungen,
• Schuldzinsen für Kredite zur Anschaffung, Herstellung oder Reparatur des Gebäudes oder der Eigentumswohnung,
Absetzung für Abnutzung des Gebäudes,
• Wasser- und Energiekosten,
• Reinigungskosten,
• Renovierungskosten,
• Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers.

Die laufenden Unterhaltungskosten des Arbeitszimmers sind nur prozentual mit dem Anteil des Arbeitszimmers an der Gesamtwohnfläche zu berücksichtigen.
Kosten für Arbeitsmittel wie Büromöbel, Computer etc. sind ebenfalls absetzbar. Selbst wenn das Finanzamt das häusliche Arbeitszimmer nicht anerkennt, können Selbstständige und Freiberufler diese Kosten stets als Gewinn mindernde Betriebsausgaben, Angestellte als Werbungskosten geltend machen.

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Steuerliche Absetzbarkeit von IT-Kosten

Steuerberater online: Wann Sie Ausgaben für beruflich und privat genutzte Hardware und Software steuerlich absetzen können

Nachdem wir letzte Woche auf die steuerliche Behandlung von gemischt privat/beruflich genutzten Mobilfunk-, Telefon- oder Internetanschlüsse eingegangen sind, wollen wir diese Woche einen Blick auf die Hardware und Software werfen. Dieser Artikel befasst sich daher mit der steuerlichen Absetzbarkeit von PC, Drucker und Co.

Was fällt unter den Begriff „IT-Kosten“?

Als IT-Kosten im einkommensteuerlichen Sinne gelten vor allem die Ausgaben für:

– Computer und Laptops,
– Handys,
– Software,
– andere IT-Geräte wie Tablets,
– Verbrauchsmaterial wie Toner und Papier.

Kosten für PC-Zubehör wie ISDN-Karte, Modem oder Router sind nicht als Telekommunikationsaufwendungen abziehbar, können aber zusammen mit dem Computer geltend gemacht werden.
Auch Bücher oder Fachzeitschriften können als abzugsfähige Kosten geltend gemacht werden, wenn sich die berufliche Veranlassung plausibel nachweisen lässt. Kosten für Fortbildungen im Beruf sowie Ergänzungsstudiengänge und Umschulungen erkennt das Finanzamt in voller Höhe an.

Was fällt unter „private“ bzw. „berufliche Nutzung“?

Ein Computer wird privat benutzt, wenn Sie dort privaten Schriftverkehr führen, Ihr Online-Banking erledigen oder Computerspiele spielen.
Beispiele für eine berufliche Nutzung eines Computers sind die Erledigung beruflicher Aufgaben zu Hause, der Erwerb von notwendigen EDV-Kenntnissen, Fortbildungen oder auch die Erstellung von Bewerbungsschreiben. Als berufliche Verwendung gilt auch der Besuch von Websites mit Berufsbezug. Die Tätigkeit, für die der private Computer genutzt wird, muss nicht unbedingt hauptberuflich sein; es kann sich bei der Arbeit auch um einen Nebenjob handeln.

Steuerliche Absetzbarkeit für Angestellte

Während bis vor einigen Jahren die private Nutzung des eigenen PC eines Angestellten die steuerliche Anerkennung ausgeschlossen hat, können inzwischen die Kosten eines privat angeschafften und sowohl beruflich als auch privat genutzten PC aufgeteilt und der berufliche Anteil als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. In welcher Höhe Sie die Kosten für die Hardware absetzen können, hängt von der tatsächlichen jeweiligen Nutzungsdauer für berufliche und private Zwecke ab.
Beträgt die private Mitbenutzung nicht mehr als 10 Prozent, können die gesamten Aufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings müssen die Anschaffungskosten des Computers einschließlich der Peripheriegeräte wie Drucker usw. über die voraussichtliche Gesamtdauer der Nutzung verteilt werden. Ohne Nachweis nimmt das Finanzamt an, dass das Gerät je zur Hälfte privat und beruflich verwendet wird. Der Steuerpflichtige muss jedoch glaubhaft machen können, dass er den Computer nicht nur in unwesentlichem Maße beruflich nutzt. Soll eine berufliche Verwendung von mehr als 50 Prozent geltend gemacht werden, müssen Sie die Nutzung dokumentieren, indem Sie die Benutzung des PC nach privaten und beruflichen Zwecken – quasi wie in einem Fahrtenbuch – auflisten.
Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer keinen Arbeitsplatz bereit, kann der Arbeitnehmer rückwirkend für Veranlagungszeiträume bis 2007 seine Kosten für das häusliche Arbeitszimmer steuerlich geltend machen.

Steuerliche Absetzbarkeit für Selbständige

Selbständige können so gut wie alle betrieblichen IT-Kosten als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Dazu sieht das Einkommensteuergesetz mehrere Wege vor.
Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis maximal 150,00 Euro netto können wahlweise entweder im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben werden oder nach der gewöhnlichen Nutzungsdauer normal abgeschrieben werden. Bei Wirtschaftsgütern mit Anschaffungskosten zwischen 150,01 und 410,00 Euro netto haben Sie die Wahl zwischen einer Sofortabschreibung, der normalen Abschreibung nach gewöhnlicher Nutzungsdauer oder der Bildung eines Sammelpostens mit Abschreibung über fünf Jahre.
Für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 410,01 und 1.000,00 Euro netto haben Sie ein Wahlrecht zwischen der Bildung eines Sammelpostens mit linearer Abschreibung über fünf Jahre (die sogenannte Poolabschreibung) oder der normalen Abschreibung nach gewöhnlicher Nutzungsdauer. Dieser Sammelposten ist im Jahr der Bildung und den folgenden vier Jahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufzulösen. Für die Anschaffungen eines jeden Jahres ist jeweils ein eigener Sammelposten zu bilden.

Steuerliche Absetzbarkeit für Unternehmen

Neben der Hardware stellen besonders Software-Integration und Beratung einen enormen Kostenfaktor für Unternehmen dar. Dabei können die Kosten für die Analyse der Geschäftsprozesse steuerlich berücksichtigt werden, da sie als notwendige Vorstufe für die Einführung einer Software gelten. Außerdem fallen Implementierungskosten an, die als Anschaffungsnebenkosten zu behandeln sind. Auch Eigenleistungen des erwerbenden Unternehmens, die mit der Anschaffung und Implementierung des Softwaresystems im direkten Zusammenhang stehen und diesem einzeln zugeordnet werden können, wie etwa Kosten für die Installation sowie den hierdurch verursachten Personalaufwand, gehören zu den Anschaffungsnebenkosten.
Vorkosten, die vor der Kaufentscheidung anfallen, sind sofort als Betriebsausgaben abziehbar. Laut Finanzbehörden gilt dies ebenso für Schulungskosten. Wartungskosten sowie Weiterentwicklungen und Verbesserungen der Software im Rahmen von Updates, Versions- oder Releasewechseln gelten dagegen als Erhaltungsaufwendungen. Für Verbesserungen gilt diese Einschätzung wiederum nicht.
Bei umfangreichen Projekten, wie etwa der Einführung einer neuen Software, kann daher die Beratung durch einen Steuerberater günstig sein, damit die Kosten auch richtig steuerlich geltend gemacht werden.

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Steuerliche Absetzbarkeit von Telefon- und Internetkosten

Steuerberater online: Wann Sie Ausgaben für Telefon und Internet steuerlich absetzen können

Vielfach nutzen Steuerpflichtige ihre privaten Mobilfunk-, Telefon- oder Internetanschlüsse teilweise auch für berufliche Gespräche, E-Mails oder Faxe. Die dadurch verursachten Telekommunikationskosten in Form von Gebühren oder laufenden Kosten sind als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben von der Einkommensteuer abziehbar, sofern die berufliche Nutzung in erheblichem Umfang geschieht.

Welche Telekommunikationskosten sind steuerlich absetzbar?

Als Kommunikationskosten steuerlich absetzbar sind folgende Kosten:

– der berufliche Anteil der Grundgebühr Ihres Telefonanschlusses und der Gesprächsgebühren bzw. der Flatrate-Gebühr bei einem Festnetz- oder Mobiltelefon;
– die Gebühren für das Versenden von beruflichen Faxen;
– die Kosten der beruflichen Internetnutzung;
– die Mietkosten bzw. gegebenenfalls der abzuschreibende Kaufpreis für beruflich genutzte Telefonanlagen und sonstige Telekommunikationsgeräte;
– die anteiligen Anschlusskosten oder das Bereitstellungsentgelt für die Einrichtung eines neuen oder die Übernahme eines bestehenden Anschlusses.

Lassen Sie in Ihrem Haushalt einen Telefon- bzw. Internetanschluss installieren oder reparieren, können Sie zum einen den beruflichen Anteil der Kosten als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben absetzen, zum anderen dürfen Sie den privaten Anteil im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen geltend machen.
Bei Anschaffungskosten über 410 Euro netto dürfen diese nicht auf einmal abgezogen werden, sondern müssen im Wege der Abschreibung über die Nutzungsdauer verteilt werden. Somit kann in diesen Fällen pro Jahr nur ein Teil der Anschaffungskosten abgesetzt werden.

Unter welchen Voraussetzungen sind Telekommunikationskosten absetzbar?

Sie können Ihre Telefon- und Internetkosten von der Steuer absetzen, wenn diese beruflich bedingt waren. Für die volle steuerliche Anerkennung muss ein Telekommunikationsgerät ausschließlich, d.h. zu mindestens 90 %, beruflich genutzt werden. In diesen Fällen gilt das Gerät als Arbeitsmittel und die Aufwendungen dafür können in voller Höhe geltend gemacht werden. Typische Beispiele hierfür sind der Zweitanschluss im Arbeitszimmer mit separater Telefonnummer oder das Mobiltelefon. Nutzen Sie allerdings bei Ihrem Telefonanschluss nur eine der Nummern ausschließlich für berufliche Zwecke, müssen Sie dennoch Ihren beruflichen Kostenanteil gesondert nachweisen, da die Finanzverwaltung Anschlüsse mit mehreren Nummern wie einen einzigen gewöhnlichen Telefonanschluss behandelt.
Ohne Nachweis nimmt das Finanzamt an, dass das Gerät je zur Hälfte privat und beruflich verwendet wird.

Welche Möglichkeiten der Geltendmachung gibt es?

Es gibt zwei Möglichkeiten, berufliche Telekommunikationskosten in der Steuererklärung geltend zu machen: zum einen die Pauschalabrechnung, zum anderen die Abrechnung mit Einzelaufzeichnungen. Einmalige Aufwendungen (z.B. Anschaffungs- oder Reparaturkosten) fallen nicht unter die Höchstbeträge und können zusätzlich abgesetzt werden.

Die Pauschalabrechnung

Bei der Pauschalabrechnung kann ein Pauschalanteil von 20 % des monatlichen Rechnungsbetrages, höchstens jedoch 20 Euro, als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben geltend gemacht werden, ohne den beruflichen Anteil an den Kosten umständlich nachweisen zu müssen. Voraussetzung für den pauschalen Abzug ist, dass Sie erfahrungsgemäß beruflich veranlasste Telekommunikationsaufwendungen haben. Erfahrungsgemäß akzeptiert das Finanzamt beruflich veranlasste Telefon- und Internetkosten bei:

– Lehrern, die von zu Hause telefonieren, um schulische Angelegenheiten zu erledigen;
– Heim- und Telearbeitern, die über das Telefon, Fax und/oder Internet Kontakt mit dem Arbeitgeber halten und sich mit Kollegen besprechen;
– Außendienstmitarbeitern, die von unterwegs und zu Hause Kunden betreuen.

Bei der Pauschalabrechnung muss jeder Monat getrennt mit dem Finanzamt abgerechnet werden; eine eventuell in einigen Monaten nicht ausgeschöpfte Obergrenze kann in anderen Monaten nicht nachgeholt werden. Statt dem Finanzamt jeden Monat die Telefonrechnung vorzulegen, können Sie auch aus den Rechnungsbeträgen dreier zusammenhängender Monate einen monatlichen Durchschnittsbetrag ermitteln, von dem für jeden Monat des Jahres der pauschal absetzbare Teil der Telekommunikationsaufwendungen berechnet wird. Dieser monatliche Durchschnittsbetrag gilt für den gesamten Veranlagungszeitraum und muss jedes Jahr neu berechnet werden.

Die Abrechnung mit Einzelaufzeichnungen

Statt von der Pauschalabrechnung Gebrauch zu machen, können Sie die Verbindungsentgelte für Ihre beruflich veranlassten Telefonate, Faxe und Internetnutzungen auch einzeln nachweisen und der Höhe nach unbegrenzt absetzen. Dazu müssen Sie Datum, Adressat, Anlass, Dauer und Kosten der jeweiligen beruflichen Verbindung aufzeichnen. Bei ausgehenden beruflichen Telefonaten verwenden Sie dafür am besten einen Einzelverbindungsnachweis, den Sie von der Telefongesellschaft erhalten. Auch hier genügt es, wenn Sie für einen repräsentativen Zeitraum von mindestens drei zusammenhängenden Monaten durch Aufzeichnungen den beruflichen Anteil nachweisen. Dieser wird dann für den gesamten Veranlagungszeitraum zugrunde gelegt, muss aber jedes Jahr neu berechnet und nachgewiesen werden.
Da die Abrechnung mittels Einzelnachweisen sehr aufwendig ist, lohnt sie sich nur, wenn hohe Telefon- und Internetkosten anfallen und viele berufliche Gespräche vom privaten Anschluss geführt werden bzw. der private Internetanschluss intensiv beruflich genutzt wird.

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