Aktuelles zu den Corona-Hilfsmaßnahmen

Aktuelles zu den Corona-Hilfsmaßnahmen

Aufgrund der sich rasant entwickelnden Ereignisse und der aktuellen Informationsflut in Sachen Corona-Pandemie versuchen wir Ihnen hier einen kurzen Überblick über die relevantesten Fördermaßnahmen zu geben.

Die Liste wird laufend erweitert.

Wir selbst arbeiten aktuell größten Teils im Homeoffice, versuchen aber dennoch unsere gewohnt kurzen Antwortzeiten einzuhalten.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und dass Sie die Pandemie gesundheitlich und wirtschaftlich unbeschadet überstehen!

 

Soforthilfen

Um den Schaden für hauptberufliche Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen in Folge der Corona-Krise abzufedern, hat der Bund ein 50 Mrd. Euro Soforthilfeprogramm aufgelegt.

Das Förderprogramm richtet sich bundesweit an Firmen mit bis zu 10 Mitarbeitern und sieht echte, nicht rückzahlbare Zuschüsse vor. In Nordrhein-Westfalen werden zudem Firmen mit 11 bis 50 Mitarbeitern begünstigt.


Für die NRW-Soforthilfe wurden folgende Voraussetzungen festgelegt:

  • ein Wegfall mehr als der Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 1. März durch die Corona-Krise oder
  • ein Umsatzrückgang  im Monat der Antragstellung von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz im Vorjahr oder
  • eine Betriebsschließung aufgrund behördliche Anordnung wegen der Corona-Krise oder
  • nicht ausreichende vorhandenen Mittel , um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens (Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen

Die Soforthilfe gilt für Antragsteller, die zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten waren, aber danach in Folge des Ausbruchs von COVID-19 Schwierigkeiten hatten oder in Schwierigkeiten geraten sind.

 

Die Förderung in NRW beträgt:

  • 9.000 Euro für antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
  • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten,
  • 25.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten


Der Antrag kann ausschließlich digital bis zum 31.05.2020 gestellt werden. Das entsprechende Antragsformular und weitere Informationen - auch zur Berechnung der  Anzahl der maßgeblichen Beschäftigten finden Sie auf der Seite des Ministeriums für Wirtschaft NRW.

Das Bundesland Bayern hat ebenfalls ein eigenständisches Soforthilfe-Programm aufgesetzt. Hier gibt es Fördermöglichkeiten für Betrieb mit 0 bis zu 250 Erwerbstätigen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des bayerischen Staatsministeriums.

Für Rückfragen zum Antragsverfahren und den Bewilligungsvoraussetzungen steht Ihnen grundsätzlich auch Ihre örtlich zuständige Industrie- und Handelskammer zur Verfügung.

 

Steuerliche Hilfen

Stundung von Steuerzahlungen: Wenn Sie als Unternehmen aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese Zahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 bei ihrem Finanzamt stellen. Die Stundung soll vorerst für drei Monate gewährt werden und ist mittlerweile auch für Lohnsteuer möglich.

Herabsetzung von Vorauszahlungen: Unternehmen, Selbständige und Freiberufler können außerdem die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Hier finden Sie eine entsprechende Vorlage zur Herabsetzung der Vorauszahlungen.

Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen: Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll bis zum Ende des Jahres verzichtet werden. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer.

Erstattung der Sondervorauszahlung: In Nordrhein-Westfalen und Hessen können krisenbetroffende Unternehmen eine Rückerstattung Ihrer Sondervorauszahlungen für die Dauerfristverlängerungen bei der Umsatzsteuer beantragen. Der entsprechende Antrag sollte am besten durch eine entsprechende Nullmeldung über Elster erfolgen.

Fristverlängerung und Erlass von Verspätungszuschlägen: Die Finanzverwaltung bietet mittlerweile auch die Möglichkeit zur Fristverlängerung zur Abgabe der Steuererklärungen 2018 bis zum 31.05.2020 an. Gleichzeitig kann diesbezüglich ein Antrag auf Aufhebung bereits festgesetzter Verspätungszuschlägen gestellt werden. Entsprechende Antragsformulare stellt beispielsweise die Finanzverwaltung NRW zur Verfügung.

 

Kurzarbeitergeld

Der Zugang zum Kurzarbeitergeld wird erleichtert:

  • Es reicht, wenn 10 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen kann. Sonst muss mindestens ein Drittel der Beschäftigten betroffen sein.
  • Sozialversicherungsbeiträge werden bei Kurzarbeit von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet.
  • Kurzarbeitergeld ist auch für Beschäftigte in Zeitarbeit möglich.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

Diese Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. März in Kraft treten und auch rückwirkend ausgezahlt. Ansprechpartnerin ist die Agentur für Arbeit vor Ort.

WICHTIG: Sie müssen 

  • mit dem Arbeitnehmer eine entsprechende Vereinbarung treffen. 
  • die Anzeige Kurzarbeitergeld an das Arbeitsamt übermitteln. 

Nachdem die Kurzarbeit entsprechend bewilligt wurde, erstellen wir gerne die entsprechenden Anträge im Rahmen der Lohnabrechnungen für Sie.

Für Rückfragen zum genauen Ablauf der Beantragung sprechen Sie uns gerne an!

Weitere Stundungsmöglichkeiten

Stundung der Sozialversicherungsbeiträge: Unternehmen, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden, können ihre Beiträge zunächst für die Ist-Monate März 2020 bis Mai 2020 stunden. Stundungen können hierbei längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 gewährt werden. Der Stundungsantrag für den Monat März ist spätestens am 27.03. zu stellen. Eine Mustervordruck zur Stundung der Beiträge finden Sie hier.

Stundung von Darlehen: Der Gesetzgeber ordnet zumindest für Verbraucherdarlehen eine gesetzliche Stundung der Ansprüche an, die im Zeitraum zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2020 fällig werden. Die Möglichkeit der Einbeziehung von Kleinstunternehmen in den Anwendungsbereich der Regelung durch Verordnung ist ausdrücklich vorgesehen. Bei Liquiditätsproblemen empfiehlt sich auf jeden Fall eine Kontaktaufnahme mit der entsprechenden Bank.

Stundung von Mietzahlungen: Es wurde zwar kein explizietes Stundungsrecht von Mieten geregelt. Allerdings gilt für alle privaten und gewerblichen Mietverhältnisse über Grundstücke oder Räume ein Ausschluss des Kündigungsrechts des Vermieters wegen Mietrückständen. Dies betrifft fällige Mieten im Zeitraum vom 1. April bis zum 30 Juni 2020, wenn diese Nichtleistung auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruht. Die Kündigung ist bis zum 30. Juni 2022 ausgeschlossen. Der Mieter hat also zwei Jahre Zeit, seine Mietrückstände auszugleichen. Auch hier empfiehlt sich in jedem Fall eine Kontaktaufnahme und einvernehmliche Regelung mit dem Vermieter.

 

KfW-Darlehen

Ab sofort stehen zudem verschiedene Kreditprogramme über die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bereit.

Betroffene Unternehmen, die ein Programm des Corona-Schutzschilds in Anspruch nehmen möchten, können dies über ihre Hausbank beantragen.

Eine Übersicht über den Ablauf der Beantragung und die erforderlichen Unterlagen finden Sie beispielhaft auf der Seite der Commerzbank oder der Kreissparkasse Düsseldorf.

 

Weitere aktuelle Informationen zu allen Corona-Hilfsprogrammen finden Sie auch auf der Seite des Bundesfinanzministeriums.

 

Selbstverständlich stehen wir Ihnen zu allen Punkten auch persönlich beratend zur Seite.

*Mo - Do von 8 - 13 Uhr und 14 - 17 Uhr, Fr 8 - 13 Uhr